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Majerus im Kunstmuseum Kunst, die man benutzen kann

Christian Ignatzi, vom 01.02.2012 12:13 Uhr
  Foto: Nägele/michel majerus estate
  Foto: Nägele/michel majerus estate

Stuttgart - Wie spannend Kunst im öffentlichen Raum sein kann, will das Kunstmuseum Stuttgart zeigen. Anlässlich der aktuellen Schau mit Werken des Malers Michel Majerus wird vor dem Museum eine 50 Meter lange Installation aufgebaut – eine Skaterrampe.

Das Ziel

Mehr als 100 Arbeiten von Michel Majerus präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart seit vergangenen November. In allen­ ­Facetten konnten bisher nur wenige ­Museen das Werk des 2002 bei einem Flugzeugabsturz gestorbenen Malers zeigen, weil dessen Werke oft ungewöhnlich große Formate hatten. Die Installation in Form einer ­Skaterrampe, die Majerus zum ersten Mal 2000 in Köln ausstellte, gilt als ein Hauptwerk. In Stuttgart wird die Arbeit erstmals im Freien aufgebaut und für ­Skater benutzbar sein. Wo im Winter die Schlittschuhbahn steht, wird die Rampe öffnen.

Der Baubeginn

Noch sind die Planungen zum Bau der ­Rampe nicht abgeschlossen, „aber der ­ungefähre Zeitplan steht“, sagt Kunst­museums-Sprecherin Eva Klingenstein, „am 6. Februar sollen die Bauarbeiten an der Unterkonstruktion beginnen.“ Je nach Witterungsbedingungen und Anlieferzeiten der Materialien dauert dieser Arbeitsschritt etwa eine Woche.

Das Zelt

Ist die Unterkonstruktion erst einmal ­fertig, wird ein Zelt über der Gesamtfläche errichtet, das die große Baustelle vor ­Witterungsbedingungen schützen soll. „Man muss gewährleisten können, dass die Konstruktion trocken bleibt, da sie erst am Ende der Bauarbeiten gegen Feuchtigkeit geschützt sein wird“, sagt Klingenstein. „Für diesen Schritt haben wir wieder eine Woche Arbeitszeit eingeplant.“ Wer sich über den Baufortschritt hinter und unter den Planen informieren will, kann das aber trotzdem tun. „Wir sorgen ­dafür, dass durch das Zelt eine ­Einsicht auf die Baustelle für Interessierte möglich sein wird“, sagt die Sprecherin. Vorgesehen sind unter ­anderem transparente Folien. Was live nicht zu sehen ist, zeigt das Kunstmuseum Stuttgart unter www.kunstmuseum-stuttgart.de in einem  eigenen Blog.

Die Rampe

Erst wiederum, wenn das Zelt über der Unterkon­struktion fertig errichtet ist, wird das Holz für den Bau der ­Rampe selbst angeliefert. Die Hand­werker werden ­voraussichtlich zehn Tage mit der ­Errichtung des 42 ­Meter langen, zehn Meter breiten und drei ­Meter ­hohen Kunstwerks beschäftigt sein. Was noch fehlt, ist die Farbe.

Das Kunstwerk

Wenn die Arbeiter den Zeitplan einhalten können, soll die Rampe an sich Ende Februar stehen. Dann sollen sich künstlerisch versierte Fachkräfte unter Leitung des ehemaligen Assistenten von Michel Majerus an den nächsten Arbeitsschritt machen. Die Oberfläche der Rampe wird nach der Grundierung des Holzes bemalt und mit Fotodrucken beklebt. Abschließend wird die Oberfläche so behandelt, dass die Malschicht vor Witterungseinflüssen und mechanischer Abnützung geschützt ist.

Der Einsatz

„Der Eröffnungstermin der Rampe ist für den 15. März geplant“, sagt die Kunstmuseums-Sprecherin. Erst dann wird auch das Zelt ab­montiert und das Kunstwerk der Öffentlichkeit präsentiert. Finanziert übrigens wird die Arbeit „If We Are ­Dead, So It Is“ zum großen Teil über Sponsoren. Auch für das Benutzen von kunst aber muss es Regeln geben. Und so können die Skater die Rampe in noch zu bestimmenden Zeitrahmen nutzen. Genaue Angaben hierzu wie auch zum Rahmen­programm des Großprojekts sollen in den nächsten Tagen folgen.

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