Magazin-Branche „Für exklusive Inhalte zahlt der Nutzer“

Anne Guhlich, 01.12.2012 05:00 Uhr

Stuttgart - Seit neun Monaten ist Volker Breid Chef der Motor Presse Stuttgart – jetzt erweitert er die Geschäftsführung. Im Interview sagt Breid, was sich in seinem Haus ändert, wie er im Internet Geld verdienen will und warum er nachts nicht schlafen kann.

Herr Breid, was machen Sie, wenn Sie nachts nicht schlafen können?
Wenn ich nachts aufwache und nicht mehr einschlafen kann, dann fange ich an zu lesen. Das kommt leider ziemlich oft vor.

Hat das mit den Nachrichten aus der Branche zu tun? „Frankfurter Rundschau“ und dpad sind insolvent. „Financial Times Deutschland“ (FTD) und andere Blätter Ihres Mehrheitsgesellschafters Gruner + Jahr machen dicht.
Nein. Ich nehme diese Themen wahr, und sie lassen mich auch nicht kalt. Aber sie halten mich nicht vom Einschlafen ab.

Werden Sie nun „FTD“-Redakteuren einen Job bei der Motor Presse anbieten?
Ich wollte mich tatsächlich einmal schlaumachen, welche Möglichkeiten wir da haben. Die „FTD“ hat immer sehr kenntnisreich über die Autobranche berichtet.

Für wie viele Redakteure würde Ihr Budget denn reichen?
Bei uns wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel. Wenn es da überhaupt eine Chance gibt, würden wir nur von einer ganz kleinen einstelligen Zahl sprechen.

Zumal auch Sie mit sinkenden Auflagen kämpfen. Ihr Flaggschiff „Auto Motor und Sport“ hat im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum 6,3 Prozent verloren, die Abozahlen gingen um sieben Prozent runter.
Diesen Trend kann man leider im gesamten Markt beobachten. In Europa sind in guten Zeiten 17,5 Millionen Autos im Jahr verkauft worden. Heute sind es gerade mal zwölf Millionen. Wenn sich die Menschen weniger mit dem Thema Autokauf beschäftigen, hat das Auswirkungen auf die Auf­lagen von Autozeitschriften. Außerdem verändert sich die Einstellung der Menschen zum Auto. Das betrifft vor allem die Jüngeren, die in Städten leben. Sie wollen Autos nicht mehr unbedingt besitzen, nur noch nutzen. Darum gibt es immer mehr Carsharing-Modelle. Dass wir unsere journalistischen Produkte immer noch besser machen können, steht außer Frage.

 
 
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