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Lotus Malaysische Blütenträume

Gundel Jacobi aus Hethel, vom 13.01.2012 12:43 Uhr
In der ostenglischen Grafschaft Norfolk unweit ihrer Hauptstadt Norwich werden Sportwagen der Marke Lotus gebaut – mittlerweile unter den Fittichen der staatlichen malaysischen Firma Proton. Ein Besuch im Werk Hethel zeugt von ehrgeizigen Zukunftsplänen.  Foto: Hersteller
In der ostenglischen Grafschaft Norfolk unweit ihrer Hauptstadt Norwich werden Sportwagen der Marke Lotus gebaut – mittlerweile unter den Fittichen der staatlichen malaysischen Firma Proton. Ein Besuch im Werk Hethel zeugt von ehrgeizigen Zukunftsplänen. Foto: Hersteller

John Woods zieht eine Augenbraue hoch und wiederholt verwundert die Frage: „Ob die Mitarbeiter für Verbesserungsvorschläge Geld bekommen?“ Der Produktionsleiter erklärt schließlich geduldig, dass jegliche Ideen zur Optimierung ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensphilosophie seien. Dabei spielt zweifellos die fernöstliche Haltung der malaysischen Mutter Proton zur stetigen Weiterentwicklung innerhalb der beruflichen Familie eine Rolle. Schlendert man jedenfalls durch die auf der sprichwörtlichen grünen Wiese liegende Fabrik in Hethel, unweit der Hauptstadt Norwich in der ostenglischen Grafschaft Norfolk gelegen, machen die emsig werkelnden Arbeiter einen durchweg entspannten Eindruck.

Dabei stehen dem altehrwürdigen Lotus-Werk turbulente Zeiten bevor: Derzeit rollen drei Modelle vom Band – die in die Jahre gekommene Elise und der seit zwei Jahren produzierte Evora. Letzterer ist ein 2+2-Sitzer mit einem 3,5 Liter großen und 206 kW (280 PS) oder 258 kW (350 PS) starken Sechszylindermotor und halbwegs ernst gemeinten Allüren, im Revier des Porsche 911 ein wenig zu wildern. Die kleinere Elise besitzt einen Vierzylindermotor mit 1,6 Liter Hubraum und 100 kW (136 PS) oder 1,8 Litern und 162 kW (220 PS). Der Exige ist ein Ableger der Elise mit V6-Motor. Obendrein wird in Hethel der Tesla Roadster mit Elektroantrieb gefertigt, der einer Kooperation zwischen dem US-Hersteller Tesla und Lotus entspringt.

Derzeit steht Handarbeit bei der Herstellung der britischen Sportwagen noch hoch im Kurs. Die Karosserien werden auf einem handgesteuerten Hubwagen mittels vier Rollen in die Lackiererei bugsiert, dort sind ebenfalls viele Menschen am Werk. Dies gehört nach John Woods jedoch bald der Vergangenheit an. Eifrig erzählt er davon, dass „in gut einem Jahr eine Roboteranlage in der Lackiererei arbeitet“. Deshalb verweilt er auch lange vor einer Zeichnung an der Wand in der Montagehalle, wo zwei Tage zuvor der malaysische Ministerpräsident einen tiefgreifenden Eindruck von der künftigen Lotus-Welt gewinnen konnte.

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