Waldenbuch - Sie sind bienenfleißig und sprühen vor Ideen. Die Mitglieder der Lokalen Agenda in Waldenbuch haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angeregt und umgesetzt. Doch das blitzblanke Image hat in den vergangenen Monaten gelitten. Immer wieder offenbarten sich interne Kommunikationsprobleme und auch an der Schnittstelle zum Rathaus lief nicht mehr alles rund. Jetzt haben Stadtverwaltung und Ehrenamtliche die Reißleine gezogen und bei einem Treffen im Rathaus nach Lösungen gesucht.
Wenn zwei sich streiten, hilft eine unabhängige Person von außen. Auf diesen Effekt hatte das Waldenbucher Rathausteam gehofft, als es die Fachberaterin Janine Bliestle vom Gemeindenetzwerk Bürgerschaftliches Engagement um die Moderation des Abends zum Thema „Kommunikation und Kooperation zwischen Lokale Agenda und der Stadtverwaltung“ gebeten hatte. Denn schnell wurde klar: Auch die interne Gesprächskultur ist nicht gut.
Es fehlt an Absprachen
Neun Bürger engagieren sich in den beiden Arbeitsgruppen „Stadt und Natur“ sowie „Energie- und Klimaschutz“. Absprachen dürften in diesem überschaubaren Kreis kein Problem sein. Doch genau daran fehlt es. „Es kann nicht sein, dass eine Gruppe losschießt, obwohl die andere eigentlich zuständig ist. Die Zusammenarbeit funktioniert nicht“, sagte Manfred Buddrus, der sich von einer Veröffentlichung zum Thema Windkraft in den Stadtnachrichten überrumpelt gefühlt hatte.
Beispiele für Vorgänge, in denen die Abstimmung fehlte, fanden sich an diesem Abend noch einige. „Wir sind erwachsene Menschen. Wir sollten uns zusammenraufen“, sagte Manfred Ruckh angesichts einer angespannten Atmosphäre, in der Moderatorin Janine Bliestle die Rolle der Vermittlerin übernahm. „Sie brauchen klare Regeln und sollten künftig mit einer Stimme sprechen“, empfahl sie.
Die interne Gesprächskultur der beiden Agenda-Arbeitsgruppen folgt künftig verbindlichen Regeln: Zwei mal im Jahr treffen sich alle Beteiligten mit der zuständigen Rathausmitarbeiterin Sandra Schweikart, stimmen ihre Ideen ab, einigen sich auf eine Prioritätenliste und halten sich an die Absprachen. Sitzungsprotokolle werden ausgetauscht und bei Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt erhalten alle Mitglieder vor dem Abdruck den Text. Von diesem Vorgehen verspricht sich Sandra Schweikart eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Rathaus und Ehrenamtlichen. „Die Zusammenarbeit war in der Vergangenheit dadurch erschwert, dass ich immer wieder mit Einzelinteressen konfrontiert war, sortieren und rückfragen musste.“ Das Agenda-Mitglied Heidrun Rohse sah auch auf städtischer Seite Nachbesserungsbedarf: „Es gibt bisher keinen verbindlichen Weg, wie mit unseren Projekten und Ideen umgegangen wird. Oftmals wurde gar nicht mit uns darüber geredet.“ Wolfgang Schall bestätigte: „Wenn Ideen später aufgegriffen wurden, haben wir das häufig erst im Nachhinein durch Zufall erfahren.“
Lösung gefunden
Auch dafür gibt es nun eine Lösung: „Frühzeitige Einbindung des Gemeinderats“ notierte Janine Bliestle auf ihrer Ergebnisliste. Das heißt: Jene Vorschläge, die die Lokalen Agenda in der Gesprächsrunde im Sommer vorschlägt, werden baldmöglichst im Ratsgremium vorgestellt und dort entweder für gut befunden oder verworfen. Stößt ein Projekt auf Interesse, können die Mitglieder der Agenda auf ein Feedback aus den jeweiligen Fachbereichen der Verwaltung hoffen.