Liebesspielzeug in Waiblingen Helferlein für mehr Spaß am Liebesleben

Von Isabelle Butschek 

Wirkt wie eine Tupper-Party, dreht sich aber um aufregendere Waren als Plastikschüsseln Foto: Amorelie
Wirkt wie eine Tupper-Party, dreht sich aber um aufregendere Waren als PlastikschüsselnFoto: Amorelie

Nicht nur Tupperware wird im Wohnzimmer verkauft, sondern auch Liebesspielzeug. Die Beraterin Renate hat in der Region Stuttgart schon an die 200 Partys veranstaltet. Ein Erfahrungsbericht von einem solchen Treffen im Remstal.

Waiblingen - Die Geschichte kommt immer wieder gut an. Sie stammt von einem Bekannten, der eines abends vor dem Haus stand, um eine Zigarette zu rauchen. Durch eines der hell erleuchteten Wohnzimmerfenster in der Nachbarschaft erblickte er eine Gruppe von Frauen, die sich um ein kleines Objekt scharte. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich dabei offensichtlich um einen Dildo handelte – bei der Nachbarin also gerade eine Party der besonderen Art stattfand. Die Begebenheit sorgt immer zuverlässig für Lacher – und führt stets zu der Frage: Wer, um Himmels willen, besucht eine solche Veranstaltung – und warum?

An diesem Abend sitzen in Waiblingen-Neustadt bei Melanie (Namen der Teilnehmerinnen geändert) zehn ganz normale Frauen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren am Tisch. Zwei sind Singles, der Rest ist schon seit langem liiert oder verheiratet. Von der Bäckereifachverkäuferin über die Beamtin, ein Querschnitt der Gesellschaft. „War jemand von euch schon einmal auf einer Toyparty?“, will die Beraterin Renate wissen. Jungfräuliches Kopfschütteln.

Renate könnte auch Tupperware vertreiben

Auch Renate sieht nicht besonders verrucht aus – sie könnte genauso gut Tupperware oder Thermomixgeräte an die Frau bringen. Renate hat einen technischen Beruf, ist Mutter, 45 Jahre alt – und seit etwa drei Jahren Beraterin bei Amorelie, einem Sex-Onlineshop, der sogenannte Toypartys veranstaltet. Angefangen habe alles damit, dass eine Freundin sie gefragt habe, ob sie schon einmal in einem Beate-Uhse-Laden gewesen sei.

Renate ist in diesen Dinge nicht sehr erschrocken. Die Freundin wiederum habe sich einfach nicht in einen Sexshop getraut – „und viele der Läden sind auch wirklich schrecklich. Meistens gibt es eine große pornografische Abteilung, und viele Frauen fühlen sich unangenehm von Männern beobachtet.“

Renate veranstaltete deswegen an ihrem nächsten Geburtstag eine Toyparty und stieg danach selbst ins Geschäft ein. Mittlerweile hat sie in der Region Stuttgart auf etwa 200 Partys Tipps für ein aufregenderes Liebesleben weitergegeben. „Das ist einfach mein Ding. Ich finde es toll, den Frauen sachlich nahe zu bringen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt Renate. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmerinnen immer offener werden. „Die Frauen befassen sich mit ihrer eigenen Sexualität. Ihre Wünsche werden besprochen, ohne dass es irgendwie schmuddelig wird.“

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