Leonberg Mehr europäisches Erdgas für die Energiewende vor Ort

Von Arnold Einholz 

Freie Bahn für das Gas – Umweltminister Franz Untersteller dreht den Hahn auf. Foto: privat
Freie Bahn für das Gas – Umweltminister Franz Untersteller dreht den Hahn auf.Foto: privat

In der Leonberger Gasdruck-Regelanlage haben der Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sowie Hans-Josef Zimmer, der Aufsichtsratsvorsitzende des Netzbetreibers Terranets, die Nordschwarzwaldleitung symbolisch in Betrieb genommen.

Leonberg - Es ist ein symbolischer Akt, denn das Erdgas fließt bereits. Bei einer Festveranstaltung in der Leonberger Gasdruck-Regelanlage haben der baden-württembergische Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller (Grüne) sowie Hans-Josef Zimmer, der Aufsichtsratsvorsitzende des Netzbetreibers Terranets und die Geschäftsführung der Terranets, die Nordschwarzwaldleitung symbolisch in Betrieb genommen.

Die 71 Kilometer lange Ferngasleitung transportiert künftig Erdgas vom badischen Au am Rhein über Pforzheim und Ettlingen nach Leonberg in den Großraum Stuttgart. Mit der sogenannten Nordschwarzwald-Leitung erhöht sich die Kapazität des baden-württembergischen Transportnetzes für Gas um etwa 15 Prozent. Der erste, 15 Kilometer lange Bauabschnitt der Leitung von Au am Rhein bis Ettlingen wurde bereits Ende 2014 in Betrieb genommen. Der zweite, 56 Kilometer lange, Bauabschnitt ist nun in Betrieb gegangen.

So kam es nicht von ungefähr, dass der Umweltminister die Bedeutung von Erdgas in Zeiten der Energiewende hervorhob. „Um diese erfolgreich zu meistern, brauchen wir ein bedarfsgerecht ausgebautes Erdgasleitungsnetz“, sagte Untersteller. Hans-Josef Zimmer war zufrieden, dass das Großprojekt termingerecht und innerhalb des festgelegten Budgets realisiert wurde. Vorgesehen war, dass Terranets rund 80 Millionen Euro in das Projekt investiert. Die neue Leitung geht von Au am Rhein bis nach Leonberg. Sie führt an Mönsheim, Flacht sowie Perouse vorbei und an der A 8 entlang bis zum Rutesheimer Heuweg, dann quert sie auf Höhe des Stadtteils Silberberg die Autobahn, um in die Gasdruck-Regelanlage südlich des Schopflochberges beim Westanschluss zu münden.

Die Nordschwarzwald-Leitung hat eine Länge von etwa 71 Kilometern. Sie besteht aus Stahlrohren mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern. In ihnen strömt das Erdgas mit 80 bar Druck. Das erlaubt den Transport von rund fünf Millionen Kilowattstunden Erdgas pro Stunde. Gespeist wird die neue Leitung aus der Trans-Europa-Naturgaspipeline im Rheintal, die von Holland bis nach Nordafrika verläuft. Somit kann über sie problemlos aus einer der größten und wichtigsten Leitungen Europas Erdgas bezogen werden.

Terranets betreibt seit 1961 Gashochdruckleitungen und -anlagen in Baden-Württemberg. Heute sind mehr als zwei Drittel aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg sowie Teile der Schweiz, Vorarlbergs und des Fürstentums Liechtenstein an das Fernleitungsnetz des Unternehmens angebunden. Daneben verfügt es über ein rund 2000 Kilometer langes Nachrichten- und Telekommunikationsnetz mit entsprechenden Anlagen.

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