Leihgeschäft im Internet Plattform, über die man gemeinsam Projekte bearbeiten kann

Julia Vogler, 21.04.2012 17:32 Uhr
Ko-Konsum zum Geschäft gemacht: Via Internetbörsen benutzt man nicht täglich benötigte Dinge gemeinsam.

Die Idee des Ko-Konsums ist auch bei anderen jungen Stuttgarter Unternehmern zum Geschäft geworden. So gründeten Daniel Bohn und Sebastian Schröder Ende 2010 das Unternehmen Conceptboard, das eine Internetplattform zur Verfügung stellt, über die man weltweit in Echtzeit kommunizieren und gemeinsam an Projekten arbeiten kann.

„Derzeit haben wir 30.000 Nutzer“, sagt Kathleen Fritzsche von Conceptboard. Darunter seien auch Universitäten aus den USA, Nicaragua und Kanada. Während man bei Leihdirwas Objekte teilt, teilt man bei ihnen Informationen, kann Konzepte direkt bearbeiten und Rückmeldung geben. Die Plattform ist ohne Installation direkt über den Browser nutzbar, der private Basis-Account ist sogar kostenlos.

Auch das 2009 gegründete Start-up-Unternehmen Gloveler beschäftigt sich mit dem Teilen: nämlich mit dem Teilen von Wohnraum. „Wir vermieten günstig Unterkünfte von privaten Anbietern“, erzählt Armin Harbrecht, einer der Gründer. Zu den Kunden zählten nicht nur Touristen, sondern auch Geschäftsleute und Montagearbeiter. „Wir kombinieren den Gedanken der Gastfreundlichkeit mit der Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen“, so Harbrecht. 30.000 Schlafplätze bietet das Online-Portal derzeit an, 25.000 davon in Deutschland.

Immer mehr Unternehmen drängen mit neuen Ideen auf den Markt

Bei der im August 2010 gegründeten privaten Autovermietung Autonetzer teilen sich viele Menschen ein Auto. „Wir haben bundesweit 1000 Autos“, sagt Markus Gößler, der Geschäftsführer von Autonetzer. Die Online-Plattform ermögliche es, sein Auto zu verleihen, wenn es gerade nicht gebraucht würde, aber auch sich beispielsweise ein Auto für einen Umzug oder eine Shopping-Tour zu leihen. „Wir haben eine Extra-Police mit der R&V-Versicherung geschlossen, so dass alle Beteiligten abgesichert sind“, betont Gößler. Auch ein Schutzbrief sei dabei.

Die Stuttgarter Start-up-Szene ist stark, immer mehr junge Unternehmen drängen mit neuen Ideen zum Thema Ko-Konsum auf den Markt. Schon jetzt kann jeder Bewohner der Landeshauptstadt alles haben, ohne es zu besitzen. Wer weiß, vielleicht fährt bald ein intelligenter, schwäbischer Konsument mit einem geliehenen Porsche im Darth-Vader-Kostüm zu seinem privat gemieteten Penthouse auf dem Killesberg, wo er ein Live-Meeting über Conceptboard abhält.

 
 
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