Kornwestheim - Das Institut Dr. Lörcher, das im Auftrag des Landratsamts Ludwigsburg das Trinkwasser der Wohnanlage in der Goerdelerstraße 10 bis 20 analysiert hat, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. „Die vorliegenden Untersuchungsbefunde ergeben eine hohe Kontamination des Warmwassersystems der oben genannten Gebäude mit Legionella pneumophila der Serogruppe 1“, teilt das Landratsamt in einem Schreiben an die Verwalterin des Komplexes, die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, mit.
Im Klartext: Das Wasser ist mit Legionellen des Typs belastet, der die meisten Krankheiten hervorruft. Auslöser für die Analyse war ein Krankheitsfall. Vor rund vier Wochen war ein Mann an Lungenentzündung erkrankt, der einige Tage zu Besuch in einer der Wohnungen der Anlage war.
Grund für den Legionellen-Befall könnte die geringe Temperatur am Austritt der Anlage sein, die das Wasser für die gesamte Anlage erwärmt. „Die Temperaturen betrugen zum Zeitpunkt der Probenahme 54,1 und 50,3 Grad“, teilt das Landratsamt mit. Das Warmwasser hatte damit etwa die ideale Temperatur für die Vermehrung von Legionellen. Aber: Die Zahl der Keime sei nicht so beunruhigend, dass die Bewohner weitere Maßnahmen ergreifen müssten.
Erforderlich wäre eigentlich eine Wassertemperatur von mindestens 60 Grad. „Nur kurzfristige Unterschreitungen dieser Temperatur im Minutenbereich sind tolerierbar“, so das Landratsamt. Die Behörde rät zu einer Sanierung der Anlage und als Sofortmaßnahme zu einer thermischen Desinfektion, die das gesamte Wassersystem umfassen soll.
Am Montag hat Wüstenrot mit dieser Desinfektion begonnen. Sie geht mit einer Erhöhung der Wassertemperatur auf mindestens 70 Grad einher. Die Desinfektion kann mehrere Tage dauern.
Derweil kommt Kritik von den Bewohnern. Über Schutzmaßnahmen habe die Hausverwaltung sie nicht aufgeklärt, berichtet einer. Zudem seien mehrere Tage bis zu dem Aushang verstrichen. Insgesamt leben in dem Komplex fast 1000 Menschen. Bei Wohneinheiten dieser Größe ist ein verstärkter Legionellenbefall nicht ungewöhnlich, hieß es vom Kreisgesundheitsamt.