STUTTGART. Mitarbeiter, die freiwillig aus der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ausscheiden, können mit einer satten Abfindung rechnen. Personalrat und Unternehmen haben sich auf eine Regelung geeinigt, nach der Mitarbeiter bis zu 305 000 Euro fürs freiwillige Ausscheiden erhalten sollen. Durchschnittlich soll es pro Mitarbeiter allerdings nur rund 80 000 Euro geben.
Mit der Vereinbarung will die LBBW erreichen, dass der Abbau von 2500 Arbeitsplätzen möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen vor sich geht. Die Vereinbarung läuft bereits ab 1. Februar dieses Jahres und soll spätestens am 30. September auslaufen. Dadurch will die Bank erreichen, dass die Mitarbeiter sich nicht zu lange Zeit lassen. Allerdings behält sich die Bank vor, Anträge von Mitarbeitern abzulehnen.
Wer freiwillig ausscheidet, soll nach Informationen der "FAZ" als 40-jähriger Mitarbeiter für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt bekommen. Wer jünger ist, bekommt entsprechend weniger, wer älter ist, entsprechend mehr. Für einen 50-Jährigen wird die Summe also um ein Viertel aufgestockt, für einen 30-Jährigen um ein Viertel gekürzt. Dazu kommen ein Sockelbetrag bis zu 15 000 Euro und eine "Sprintprämie" bis zu 15 000 Euro für Mitarbeiter, die sich schnell entscheiden. Damit ist das LBBW-Programm zumindest in der Spitze besser ausgestattet als das Programm, mit dem Mercedes vom Jahr 2005 an mehr als 8000 Mitarbeiter zum Ausscheiden bewegte. Damals bekamen Mitarbeiter bis zu 275 000 Euro.
Die LBBW muss sich von mehr als 20 Prozent der Mitarbeiter trennen, weil die EU von ihr verlangt, eine Reihe von Geschäften nicht mehr selbst zu betreiben. Dies war die Voraussetzung dafür, dass die EU den Staatshilfen für die LBBW zustimmte.