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Laut Medienbericht Baut IBM in Deutschland Stellen ab?

dapd, vom 01.02.2012 11:37 Uhr
 Foto: dapd
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Düsseldorf/Ehningen - Die deutschen Mitarbeiter des IT-Konzerns IBM müssen offenbar um ihre Jobs bangen. „Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, zitiert das „Handelsblatt“ ein Mitglied der deutschen IBM-Führung. Der Stellenabbau solle mittelfristig, also in den nächsten Jahren erfolgen. Mehrere unabhängige Quellen bestätigten die Pläne. Eine Sprecherin des Konzerns sagte auf dapd-Anfrage lediglich: „Wir kommentieren keine Gerüchte und Spekulationen.“

 

Die Pläne sind dem Bericht zufolge Teil eines bereits laufenden Programmes namens „Liquid“ (deutsch: flüssig), das die Arbeitsorganisation flexibler machen soll. IBM will Projekte in Zukunft offenbar stärker auf Internetplattformen ausschreiben und setzt deswegen mehr auf freie statt fest angestellte Mitarbeiter.

IBM galt in der Welt der IT-Konzerne als Trendsetter. Früh öffnete sich das US-Unternehmen für die Netzgemeinde, schrieb Aufträge aus und sicherte sich so die beste Expertise weltweit, statt nur auf das Wissen im eigenen Haus zu setzen. Im Netz gibt es dafür spezielle Plattformen wie topcoder.com oder freelance.com.

Allerdings bringt eine solche Entwicklung auch massive Nachteile mit sich. Sie „kann massive Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und die Anzahl sicherer Arbeitsplätze haben“, warnte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits im Dezember in der IBM-Mitarbeiterzeitschrift.

Gewerkschaft Verdi ist alarmiert

Dem Verdi-Konzernbetreuer Bert Stach sind konkrete Pläne nicht bekannt. „Mindestens die Betriebsräte müssten bei etwas in der Größenordnung über Sozialpläne mitmachen“, sagte Stach, der auch Mitglied des IBM-Aufsichtsrates ist. Da gebe es aber derzeit keine Verhandlungen.

Allerdings ist er alarmiert. „Ich kann mir vorstellen, dass es eine Entwicklung geben könnte, die in die Dimension geht“, sagte er. Der Profit des Unternehmens werde durch die Vergabe von Arbeitsschritten an freie Entwickler sicherlich nicht geringer. „Aber die verlässliche, gute Beschäftigung wird dabei draufgehen“, warnte Stach.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, gibt sich beim Thema Personal bedeckt. Nicht einmal die genaue Zahl der derzeit in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter will sie nennen. Sie verweist aber auf die Bedeutung des Standortes. „Deutschland ist der viertgrößte IT-Markt der Welt. Es ist ein Leitmarkt“, sagte sie.

Das Ziel von IBM weltweit sei der global integrierte Konzern, bei dem „Kompetenzen rund um den ganzen Erdball“ genutzt werden. Die einzelnen Standorte sollten dann ihren jeweiligen Stärken entsprechend zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen. Für IBM Deutschland heiße das: „So wie sich das Portfolio verändert, verändert sich auch die Belegschaft.“

 

Kommentare (2)
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FEB
03
15:34 Uhr, geschrieben von Albert Seitzer
Wenn die Gerüchte stimmen ist es eine echte Gefahr!
Betriebswirtschaftlich wäre es zwar eine absolute Dummheit, aber so lange in Konzernen die Vorstände irrsinnshohe Bonis sich selbst zuführen für unternehmensschädigende Maßnahmen ist kaum was anderes zu erwarten. Diese Freien Entwickler, verdienen zwar gut, aber sind nicht gebunden und abgesichert. Sie sind voll der Konkurrenz ausgesetzt und können ihre Situation nur stabilisieren, in dem sie in Hard- und Software private Zugänge legen oder Defekte einbauen, die ihre persongebundene Tätigkeit weiterhin erforderlich macht. Man mag das nun als kriminell betrachten, aber das Verhalten der Konzernvorstände ist das ursächliche Übel, nicht weniger verbrecherisch, auch wenn die Staaten es legalisiert haben. Ich hoffe allerdings, dass bei IBM noch genügend soziale Intelligenz im Vorstand das Sagen hat, dass sie diese gefährliche mittelfristige Mode nicht mit machen.
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FEB
01
14:38 Uhr, geschrieben von sam.boskop
kunde
so lange deutschland der 4.größte it- markt ist und deutsche kunden mit ihren beratern die gespräche auf deutsch führen, sehe ich keine gefahr. wir haben gute leute, die auch die deutsche sprache beherrschen und die deutsche mentalität kennen. es gibt zwar viele inder und chinesen, aber schon deren englisch ist häufig nur schwer zu verstehen. daß im konzern dann teilbereiche von anderen experten gelöst werden können ist unzweifelhaft. aber den rest müssen wir selber machen.
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