In der Fraktion jedenfalls erntet er mit seiner Entscheidung viel Beifall. "Das ist ein gutes Signal", sagt etwa der Rastatter Abgeordnete Gunter Kaufmann. Und Gall ergänzt: "Wir waren uns einig, dass er es machen soll."
Aber will er auch wirklich? In den vergangenen Monaten waren immer wieder Zweifel daran laut geworden - schließlich ist der 36-Jährige gerade erst Vater geworden und sagt selbst, dass die fehlende Zeit für sein Kind ein "Manko" sei. Doch Schmid zerstreut gleichzeitig die Bedenken jener, die ihm Unentschlossenheit unterstellen: "Je mehr ich mich mit der Spitzenkandidatur auseinandersetze, desto mehr Lust bekomme ich darauf."
Den Einwand, dass er mit seiner ruhigen, nüchternen Art gegenüber seinem Widerpart Stefan Mappus den Kürzeren ziehen könnte, wischt Schmid selbstbewusst vom Tisch: "Die Menschen wollen Argumente, ich glaube, es gibt das Bedürfnis nach einer neuen Sachlichkeit."
Dass sich noch ein zweiter Bewerber für die Spitzenkandidatur findet, ist ziemlich ausgeschlossen. Der Ulmer OB Ivo Gönner, der für viele Genossen der Wunschkandidat gewesen wäre, hat unmissverständlich klargemacht, dass er seine Lebensaufgabe in Ulm sieht, nicht in Stuttgart. Bleibt also nur Schmid. Der wird seine Bereitschaft nun am 20. März offiziell dem Landesvorstand unterbreiten, ehe ein Parteitag im Oktober abschließend darüber befindet.