Kursaal in Bad Cannstatt Im Brunnenhof sprudelt es wieder

Von Torsten Ströbele 

Nach der Quellensanierung kann im Brunnenhof hinter dem Kursaal wieder das Mineralwasser gekostet werden. Am Samstag gab es eine kleine Feier mit historischen Gewändern und Geschichten.

Kurpark - „Ein Stück Kurgeschichte ist zurück“, betont Bad Cannstatts Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler in seiner Funktion als Vorsitzender der Vereinigung Cannstatter Vereine (VCV). „Der Brunnenhof hinter dem Kursaal – mit seinen alten Brunnenschalen und seinem gesunden Mineralwasser – ist wieder in bestem Zustand und zugängig.“ Diesen Anlass nutzte die VCV, um für Samstag zu einer kleinen Feierstunde einzuladen.

Begrüßt wurden die Gäste von Graf Wilhelm von Taubenheim, der eigentlich schon mehr als 120 Jahre verstorben ist. Historiker Olaf Schulze schlüpfte ins Gewand und die Rolle des königlich-württembergischen Stallmeisters, Kammerherrn und Hoftheaterleiters, der 1850 auf Ansinnen von König Wilhelm I. den Brunnenverein Cannstatt gründete. Vier Jahre später wurde der Graf zum Ehrenbürger der damals noch eigenständigen Stadt Cannstatts ernannt.

Schulze blickte aber zunächst ins Jahr 1773, als der damalige Herzog Carl Eugen von Württemberg aus der alten Sulzquelle ein Geschäft machen wollte. Er ließ 30 Meter tief graben. Doch das Salzgehalt des Wassers sei zu hoch gewesen, um es einfach so verkaufen zu können, sagte Schulze. Eine Analyse des Wassers habe aber ergeben, dass es sehr gesund sei. Daraufhin sei eine kleine Quelle angelegt worden.

Auch die Kurpark-Konzerte wird es dieses Jahr wieder geben

Mit dem Tod von König Friedrich im Jahr 1816 kam dann einige Jahre später nicht nur sein Sohn Wilhelm I. in Württemberg an die Macht, sondern erlangten auch Cannstatt und sein Wasser mehr Bedeutung. „König Wilhelm war an Cannstatt sehr interessiert“, sagte Schulze. 1819 habe er über der Wilhelmsquelle, die bis heute das Mineralbad Cannstatt speist, einen Pavillon errichten lassen – ein erster Schritt Richtung Kurbad. Im Jahr 1933 sei schließlich das „Bad“ zum Name Cannstatt hinzugekommen.

Lange Zeit waren nun die Wilhelmsquelle I und II sowie die Daimlerquelle im Brunnenhof zu sanieren. Undichte Leitungen waren dafür verantwortlich. Bernd-Marcel Löffler eröffnete am Samstag nun die Quellen offiziell wieder: „Werdet gsund und lebt recht lange“, wünschte er den Cannstattern, die sich einen Schluck Wasser aus den Brunnen genehmigten.

Löffler und sein VCV-Stellvertreter Werner Schüle nutzten die Gelegenheit, um noch Werbung für die Kurpark-Konzerte zu machen, die in diesem Jahr mit der Veranstaltung am 14. Mai beginnen. Es spielt der Musikverein Flügelrad Stuttgart. „Mit den diesjährigen elf Konzerten, die in der historischen Konzertmuschel im Biergarten des Kurparks stattfinden, wollen wir an die Tradition früherer Konzerte im Kurpark anknüpfen“, sagte Schüle, der die Konzertreihe organisiert.

Redaktion Bad Cannstatt

Ansprechpartner
Annina Baur und Torsten Ströbele
cannstatt@stz.zgs.de

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