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Kunstraub oder Spaß? Mops von Loriot-Säule gemopst

Von Eva Funke und Jan Sellner 

Der Mops auf der Loriot-Säule am Eugensplatz in Stuttgart ist spurlos verschwunden. Ist er gestohlen worden oder hat der Eigentümer ihn wieder haben wollen? Die Polizei hat bislang noch keine heiße Spur.

Stuttgart - Ein anonymer Hinweis auf einen Diebstahl. Ein Kunstraub, der keiner ist. Und eine Polizei, deren Ermittlungen ins Leere laufen müssen, weil alles nur ein Scherz war: Der Humorist Loriot hätte vermutlich seinen Spaß daran gehabt, dass der Mops, der auf der Säule am Eugensplatz, die zu Ehren des großen Humoristen geschaffen worden ist, jetzt einfach gemopst wurde.

Zum 90. Geburtstag des vor zwei Jahren verstorbenen Vicco von Bülow alias Loriot hat ein illustrer Kreis von Fans dem großen Humoristen am 12. November am Eugensplatz ein Ehrendenkmal gesetzt: eine 2,75 Meter hohe ionische Säule aus Kelheimer Auerkalkstein, in die die Daten Loriots eingraviert sind. Denn der Erfinder von Opa Hoppenstedt, Herrn Müller-Lüdenscheid und dem Lottogewinner Erwin Lindemann hat dort, in der Haußmannstraße 1, gewohnt.

Bei der feierlichen Einweihung der Säule waren zwar zwei Möpse zugegen, auf der Säule selbst thronte allerdings noch kein Mops. Doch irgendwann war der Mops einfach da. Nur 30 Zentimeter groß und golden erinnerte er von seinem Hochsitz aus daran, dass der Mopsliebhaber Vicco von Bülow ein „Leben ohne Mops für möglich, aber sinnlos“ hielt.

Polizei tappt im Dunkeln

Wer den Mops auf der Säule montiert hat, ist ungewiss. Die Anwohner jedenfalls dachten, dass der Mops aufs Denkmal gehört, und nur nicht termingerecht zur Einweihung geliefert worden ist. An dem Mops gestört hat sich ohnehin keiner – nicht einmal der Bildhauer Uli Gsell, der die Säule geschaffen hat, oder Gerhard Raff, viele Jahre mit Vicco von Bülow befreundet und Initiator des mopslosen Loriot-Denkmals. Letzterer sieht das Ganze mit Loriot-typischen Humor. Den Stuttgarter Nachrichten sagte der bekannte Autor („Herr schmeiß Hirn ra“) , ein unbekannter Freund von Loriot müsse mutmaßlich mit Hilfe einer Leiter den goldenen Plastikmops auf die ionische Säule platziert haben. Den Bildhauer Ulrich Gsell und ihn hätte das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: „Wir finden es toll, wenn das Denkmal lebt!“ Insofern kommen die beiden als Säulen-Stürmer nicht in Frage. Und Raff versichert hoch und heilig: „Der Mops wurde nicht von uns entfernt.“ Überhaupt: Ein Schwabe sei das bestimmt nicht gewesen. Raff hat einen ganz anderen Verdacht: „Ich vermute es war der Xaver!“ Die Ausläufer des Orkantiefs waren in der vergangenen Woche bekanntlich auch über Stuttgart hinweggefegt. Der Mops sei wohl dem „Sauwind“ zum Opfer gefallen.

Die Polizei tappt derweil im Dunkeln gegen wen und welches Delikt sie überhaupt ermittelt: Bei ihr ging am gestrigen Dienstag gegen 17 Uhr ein geheimnisvoller anonymer Anruf ein mit dem Hinweis: Der Mops sei gestohlen worden. Eine Polizeistreife überzeugte sich umgehend vor Ort, dass der Mops fehlt. Doch handelt es sich überhaupt um einen Kunstraub, wenn der Mops ursprünglich nicht zum Kunstwerk gehörte? Und wer ist der anonyme Anrufer? Hat etwa der den Mops aufs Denkmal gesetzt und wollte ihn nun wieder haben? Im Moment hat die Polizei mehr Fragen als Antworten und setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Für die Bilder der Säule mit Mops bedanken wir uns bei kunstundreisen.com.

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