Dann benötigten sie ein paar Tage, "um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen". Doch bis die Kleinen dahin gelangen, müssen sie erst einmal mit den vielen Veränderung klarkommen. "Das Krankenhaus bedeutet immer eine ungewohnte Umgebung, in der wenig erfreuliche Dinge passieren", sagt Jörg Budde, Oberarzt in der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin im St.Josefskrankenhaus in Freiburg.
Wenn Mutter oder Vater in der Nähe sind, fühlt sich diese ungewohnte Umgebung wenigstens etwas vertrauter an. "Es ist eine Beruhigung für Kinder, wenn sie wissen, dass ihre Eltern dabei sind", sagt Monika Werner, die Landesvorsitzende des Aktionskomitees Kind im Krankenhaus. Aus Platzgründen dürfen die Erwachsene meist nur auf einer Liege im Zimmer schlafen. Einige Krankenhäuser im Land haben auch eigens Übernachtungsräume eingerichtet. Wer seinem Kind in dieser schwierigen Zeit nahe sein will, muss sich eine Bescheinigung des Stationsarztes besorgen. Der muss bestätigen, dass die Übernachtungsaktion medizinisch notwendig ist. Die Bescheinigung geht dann an die jeweilige Krankenkasse. Die übernimmt die Kosten in der Regel auch - wenn das Kind nicht älter als acht Jahre ist. Später springen nur noch wenige Krankenkassen ein. Die Eltern müssen dann selbst zahlen.
Doch oft sollten sie lieber gleich zu Hause bleiben, sagt Kinderarzt Mühlschlegel, um genauer zu sein: zu Hause schlafen. Denn während die Kleinen selig im Krankenhausbett schlummern, seien die Eltern oft völlig runter mit den Nerven. Dies wiederum wirke sich negativ aufs Kind aus. "Dann soll die Mutter oder der Vater lieber abends nach Hause und morgens entspannt wiederkommen", sagt Mühlschlegel.
Das Aktionskomitee Kind im Krankenhaus hat auf seiner Internetseite (www.akik.de) Tipps veröffentlicht, wie ein Kind die Zeit im Krankenhaus am besten übersteht. So solle man die Kleinen möglichst früh mit den Themen Krankenhaus und Rettungsdienst vertraut machen. "Dies nimmt die Angst vor dem Ungewissen." Während der Untersuchung sollte das Kind auf dem Schoss der Eltern sitzen. Für die Erwachsenen ganz wichtig: Ruhe bewahren. "Das Kind spürt es, wenn Sie den Boden unter den Füßen verlieren." Da heißt es dann: nur keine Panik. Oder gleich zu Hause übernachten und am nächsten Morgen entspannt zurückkehren.