Kraftwerk in Stuttgart Die Zeitlosigkeit der Roboter

Von Thomas Morawitzky 

Kraftwerk mit imposanter 3-D-Show auf Tour Foto: dpa
Kraftwerk mit imposanter 3-D-Show auf TourFoto: dpa

Seit Monaten sind die Kraftwerk-Konzerte in Stuttgart ausverkauft. Ein einmaliges Erlebnis in 3 D hat die Zuschauer in der Liederhalle erwartet.

Stuttgart - Ein Raumschiff ist vor der Liederhalle gelandet. Mühelos durchdrang es die Wände des Gebäudes und schwebte leuchtend über den Köpfen von fast 2000 stauenden Zuschauern: Eine Chimäre. Kraftwerk gaben am Sonntagabend das erste von zwei Konzerten mit 3D-Show in Stuttgart, seit Monaten schon ausverkauft: zwei Stunden mit der Mensch-Maschine.

Zahlenkolonnen fliegen durch den Raum, die Autobahn rauscht dahin, eine Weltraumsonde hält aufs Publikum zu und zerschellt lautlos inmitten der Zuschauer. Die Radrennfahrer der Tour de France ziehen vorüber und schließlich sind sie da, die Roboter, auf ihren Krawatten tanzen die Lichter, sie singen von ihren Batterien, sie bewegen sich mechanisch.

Kraftwerk sind der frühe Höhepunkt der deutschen Popmusik, sie sind ein Kunstwerk. Mit einer Show, die bislang nur in Museen und sehr großen Häusern zu sehen war, sind sie nun auf Tournee. Ihre Fans reisen mit ihnen durch die Zeit, sie kehren zurück zu den Zukunftsträumen von einst und erleben zugleich die Zeitlosigkeit der Kraftwerkmusik, sie tanzen im kristallklaren Sound und werden von der visuellen Brillianz seiner Inszenierung überwältigt. Als Ralf Hütter, der Kraftwerk vor 45 Jahren mitbegründete, sich schließlich verbeugt und die elektronischen Beats ausklingen, ist noch einmal bewiesen: Techno wurde in Düsseldorf geboren.

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