Korntaler Straßenfest am Wochenende „Es wird immer schwerer, Vereine zu finden“

Von Stefanie Köhler 

Viola Noack ist die Vorsitzende des Korntaler Gewerbe- und Handelsvereins und organisiert das Korntaler Straßenfest mit. Foto: factum/Granville
Viola Noack ist die Vorsitzende des Korntaler Gewerbe- und Handelsvereins und organisiert das Korntaler Straßenfest mit. Foto: factum/Granville

Die Mitorganisatorin des Korntaler Straßenfestes, Viola Noack, weiß, dass vielen Mitwirkenden das nötige Personal fehlt. Die Stadt feiert zwei Tage lang.

Korntal-Münchingen - Musik, Tanz, Kunst: Beim Korntaler Straßenfest am Wochenende ist für Jung und Alt etwas geboten. Viola Noack, die Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins, bedauert, dass sich immer weniger Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag beteiligen.

Frau Noack, was sind die Höhepunkte des diesjährigen Straßenfestes?
Wir haben mit Groove Commission eine neue und sehr bekannte Coverband aus Pforzheim gewinnen können. Die siebenköpfige Gruppe spielt am Samstagabend eine Mischung aus Pop, Rock und Country. Am Sonntag gestalten sieben Vereine das Bühnenprogramm mit, wie der Taekwondo-Verein oder der Musikverein. Die Harfenklasse der Musikschule veranstaltet eine Harfensoirée, außerdem gibt es wieder den beliebten Kunsthandwerkermarkt.
Ist es schwer, Mitwirkende zu gewinnen?
Es wird immer schwerer, Vereine für das Fest zu gewinnen, und es machen auch immer dieselben mit. Vielen Vereinen fehlt das Personal für den Auf- und Abbau der Stände sowie für den Verkauf. Wir möchten aber auf professionelle Gastronomie verzichten, weil es eben ein Fest der Vereine sein soll. Ein anderes Format zu finden ist schwer und auch nicht unser Ansinnen. Das Problem haben wir auch bei unserem Weihnachtsmarkt. Wir versuchen den Vereinen so gut es geht zu helfen, indem wir zum Beispiel Schüler für den Auf- und Abbau suchen. Die Vereine, die auch in diesem Jahr wieder dabei sind, halten uns schon lange die Treue.
Die Geschäfte sind am Sonntag geöffnet. Lockt das zusätzliche Festbesucher an?
Auf jeden Fall, doch leider machen immer weniger Ladenbetreiber mit. Inzwischen öffnet nur noch die Hälfte der Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag. Das finde ich traurig und unverständlich, denn wir öffnen doch nur diesen einen Sonntag im Jahr. Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Unternehmer einen verkaufsoffenen Sonntag nicht nutzen, um Kundenpflege zu betreiben. Für die Außenwirkung ist das sehr schade.
Mit welcher Begründung lassen die Betreiber ihre Geschäfte geschlossen?
Aus ihrer Sicht lohnt sich der verkaufsoffene Sonntag nicht, weil nichts los sei. Vorher kann man das aber noch gar nicht wissen, außerdem ist so ein Sonntag eine schöne Gelegenheit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen.
Am vergangenen Wochenende haben Ditzingen und Gerlingen ihre Straßenfeste gefeiert. Warum grenzt Korntal sich ab?
Seit 2012 veranstalten wir das Fest zusammen mit der Stadt. Das erste Wochenende nach den Sommerferien ist ein Zeitpunkt, an dem alle Beteiligten Zeit haben. Die Wochen davor sind viele noch im Urlaub.
Warum ist die Stadt mit eingestiegen?
Für den Gewerbe- und Handelsverein war es immer eine Herausforderung, die Vereine zu koordinieren und unter einen Hut zu bringen. Zudem hat jedes Stadtfest, wie das Straßenfest bis 2012 hieß, unseren Verein einen hohen vierstelligen Betrag gekostet. Die Stadt unterstützt uns nicht nur bei der Koordination der Vereine, sondern übernimmt auch einen großen Teil der Kosten.

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