Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Kommentar Stuttgart 21: Ein Tiefschlag

Josef Schunder, vom 14.07.2011 18:27 Uhr
 Foto: dpa
Foto: dpa

Stuttgart - Alte Akten können reizvoll sein – zumindest dann, wenn sie in Ministerien liegen, wenn ein programmatischer Regierungswechsel stattfand und wenn es einen Fall wie Stuttgart 21 gibt. Die Grünen haben genügend gefunden, um den Bahn-Chefs einen Tiefschlag zu verpassen. Die faktische Bedeutung ist allerdings bescheiden.

Mit Kosten von gut fünf Milliarden Euro rechnen die Projektgegner schon längst. Jetzt übernahmen die Grünen in der Regierung diese These. Für Mehrkosten über das Vereinbarte hinaus will die Regierung nicht aufkommen. Das klingt heftig, aber entscheidend wird der S-21-Vertrag sein, den die Vorgängerregierung schloss. Ob er Bestand hätte, wenn die Bahn Kosten verschleiert hätte, wäre letztlich ein Fall für Juristen.

Ob die Akten eine solche Verschleierung belegen, bleibt auch fraglich. Was bekannt wurde, zeigt in erster Linie, wie unzufrieden die Beamten des Landes mit den Unterlagen und der Kommunikation der Bahn waren. Wie zahlreich die Zweifel an den Zahlen waren, wie rissig das Miteinander – und wie die Spitze des Landes dennoch die Ausstiegsfrist verstreichen ließ. Die allermeisten Akten wurden zwar nicht vorgelegt. Das Enthüllte verstärkt aber den verbreiteten Verdacht, dass die Bahn mangelhafte Vorarbeit für ein Jahrhundertprojekt leistete. Dieses Image haftet ihr immer stärker an.

Kommentare (56)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
JUL
16
11:56 Uhr, geschrieben von wegi
HGL und Spiele der Projektbeteiligten
".... sinnvollen Spiel zwischen allen Beteiligten von Bauprojekten .... (mit) ... Abwägen, Pokern und Makeln .... Sie vergessen dabei nur eines: Die öffentliche Hand hat sich per Gesetz an die jeweiligen Haushaltsordnungen zu halten und da ist Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit oberstes Prinzip. Mit Steuergeldern pokert man nicht! Wer verantwortlich regieren will, sollte aber schleunigst dieses Fass ohne Boden S 21 beerdigen. Nicht wahr, Herr Schmid?!
JUL
16
07:49 Uhr, geschrieben von su
Grüne diffamieren Bahn?
also ich würde mal sagen die Bahn demontiert sich selbst! Was haben denn die Grünen mit der verlogenen Murksplanung zu tun? Das Projekt wurde ja wohl nicht von ihnen geboren, sondern von machtgeilen und profilierungssüchtigen Politikern und geldgeilen Grundstücksspekulanten!
JUL
15
21:34 Uhr, geschrieben von Rentner
SPD
Also wie wir bei den versammlungen vor jahren von den oberen wie kussmaul usw überfahren wurden ist mir noch zugut in erinnerung. Jede kritische frage wurde hochnäsig abgeschmettert. Kussmaul: Einen integralen taktfahrplan in stuttgart ist der größte quatsch. Den braucht man in der wüste, wenn sich dort die züge kreuzen....(in Worte nachmepfunden) Wundert ihr euch liebe genossen, wenn wir keine lust mehr auf bahnhof haben? Wir wolletn den eigentlich noch nie, haben aber leider den mund nicht aufgemacht. Und zum Tunnelvortriebsverfahren ist zu sagen, dass es in der planfeststellung festgelegt wurde. Die bahn hat im nachhinein nicht das recht es einfach zu ändern, weil es billiger werden muß.
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  19
nächste


Dem Land fehlt noch ein Tagungsort
Bisher war nur für diesen Freitag Filderhalle gebucht – Auftakt des Dialogforums ist für 16. Juni geplant.
Erler: „Wir müssen mehr Leute fragen“
Staatsrätin Gisela Erler gibt den Filder-Dialog zu Stuttgart 21 trotz geringer Resonanz nicht auf.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
07:37   "Bild": Hertha will Urteil am Freitag akzeptieren
07:06   Commerzbank-Management muss mit Aktionärsschelte rechnen
07:01   Erste freie Präsidentenwahl in Ägypten
05:58   Kampfjets eskortieren US-Maschine nach Bombendrohung
05:52   Regierung nimmt Kampf gegen Ärztepfusch auf - Zweifel an Wirkung
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Prospekte

Interaktiv
  • Umfrage
VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen

Der Vertrag von Arthur Boka beim VfB läuft aus und Bobic/Labbadia überlegen nun doch, den Linksverteidiger zu behalten. Soll Boka weiter für den VfB spielen?

 
Ja sicher, Boka hat sich einen neuen Vertrag beim VfB verdient
Nein. Boka hatte so viele Chancen, ist aber einfach nicht gut genug
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise