Kolumne zu Eulencafés in Tokio Wo Japaner mit Käuzen kuscheln

Von Erik Raidt 

Motohiro Mizuhara betreibt das Eulencafé „Hoot Hoot“ in Tokio. Foto: dpa
Motohiro Mizuhara betreibt das Eulencafé „Hoot Hoot“ in Tokio. Foto: dpa

In Japan boomen Cafés, in denen die Besucher Eulen streicheln können. Eines davon ist das „Hoot Hoot“ von Motohiro Mizuhara. Was das soll? Es dient der Entspannung vom stressigen Alltag.

Tokio - Der durchschnittliche japanische Büroangestellte arbeitet bekanntlich 26 Stunden am Tag, schenkt seinen Jahresurlaub der Firma und verbringt seine Freizeit in sauerstoffarmen U-Bahnabteilen. Am Wochenende entspannt er in seinem Neun-Quadratmeter-Komfort-Appartment und träumt von Schulmädchenuniformen.

Früher verringerten viele Japaner ihr ungesundes Stressniveau durch Schwertkämpfe. Diese sind in Großstädten wie Tokio zuletzt jedoch außer Mode gekommen. Seit Neuestem entspannen Japaner stattdessen mit Eulen. Mitten im Betondschungel der Hauptstadt hat ein Herr namens Motohiro Mizuhara ein Eulencafé mit dem schönen Namen „Hoot Hoot“ eröffnet. Die Besucher streicheln die Vögel und füttern sie mit Wachtelfleisch. Inzwischen sollen 20 Eulencafés in Tokio eröffnet haben, Soziologen erklären den Trend damit, dass die Japaner dabei Trost und Entspannung finden würden.

Vielleicht suchen sie aber auch nur einen, der mal zuhört. Eulen gelten als klug, sie verschicken keine Mails mit Arbeitsanweisungen, sie sind verschwiegen (Schulmädchen). Kein Wunder also, dass „Hoot Hoot“ jetzt „Big in Japan“ ist. Wer mit Eulen Bier trinkt, ist kein komischer Kauz.

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