Köln/Esslingen Juwelenräuber schweigen zum Prozessauftakt

Von dpa/jüv 

Der Prozess gegen drei mutmaßliche Juwelenräuber  hat in Köln  unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Foto: dpa
Der Prozess gegen drei mutmaßliche Juwelenräuber hat in Köln unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Foto: dpa

Einer der drei Angeklagten soll einer Bande namens Pink Panther angehören. Den Männern wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres bei einem Üerfall in Esslingen Schmuck und Uhren im Wert von rund 600 000 Euro erbeutet zu haben.

Köln/Esslingen - Am Dienstag hat vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen drei Männer begonnen, die unter anderem im vergangenen Oktober in Esslingen einen Werttransporter überfallen haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, bei der Tat Uhren und Schmuck im Wert von rund 600 000 Euro erbeutet zu haben. Allerdings hat sich der für 10 Uhr vorgesehene Beginn der Verhandlung gegen die 36, 38 und 41 Jahre alten Angeklagten aufgrund hoher Sicherheitsvorkehrungen um 45 Minuten verzögert. Denn mindestens einer der Männer soll der international agierenden, berühmt-berüchtigten Juwelenräuber-Bande Pink Panther angehören, weshalb eine Befreiungsaktion durch Komplizen nicht ausgeschlossen werden konnte.

Räuber gingen sehr brutal vor

Die Angeklagten wurden deshalb per Hubschrauber eingeflogen und von schwer bewaffneten Polizisten ins Gerichtsgebäude gebracht. Zudem wurde jeder, der in den Verhandlungssaal wollte, von Justizbediensteten durchsucht. Die Angeklagten hüllten sich zum Prozessauftakt in Schweigen. Der Fall wird in Köln verhandelt, weil einer der Männer dort gelebt hat. In seiner Wohnung hatte die Polizei mehrere Waffen sichergestellt, darunter auch ein Sturmgewehr, das dem Kriegswaffenkontrollgesetzt unterliegt. Die internationale Polizeiorganisation Interpol legt der Bande Pink Panther eine ganze Reihe weltweit verübter Raubüberfälle zur Last.

Die spektakuläre Tat in Esslingen hatte über die Region hinaus aufhorchen lassen, denn die Räuber waren mit großer Brutalität gegen die zwei damals 22 und 55 Jahre alten Kurierfahrer vorgegangen. Die mit einer Pistole und einem Teleskopschlagstock bewaffneten Männer hatten den älteren Sicherheitsmann mit einem Hieb auf den Kopf bewusstlos geschlagen und den jüngeren mit vorgehaltener Waffe in den Lieferwagen gezwungen. Anschließend räumten sie den Fiat Ducato leer, mit dem die wertvolle Ware bei einer Firma in der Fritz-Müller-Straße im Stadtteil Oberesslinger angeliefert wurde. Trotz einer sofortigen Großfahndung gelang den brutalen Räubern die Flucht.

Polizei erhält einen Hinweis

Dennoch schlug die Polizei wenig später zu und konnte dabei die mutmaßlichen Täter dingfest machen, denn die Gruppe hatte noch einmal einen Werttransporter in Esslingen überfallen wollen. Das Vorhaben scheiterte, weil die Polizei einen Hinweis erhalten hatte und die Räuber rechtzeitig festnehmen konnte.

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