Mit erntefrischen Beeren, Äpfeln sowie Birnen hat Jürgen Stirm die rund 80 Schüler der Quellen-Grundschule beliefert. Dass der Obstbauer einmal pro Woche frische Früchte und Gemüse zu den Schülern bringt, hat seinen guten Grund. Denn die Schule beteiligt sich seit diesem Schuljahr am EU-Schulfruchtprogramm des Landes Baden-Württemberg.
Landesweit sind rund 90 Schulen und 40 Kindergärten bei dem Projekt beteiligt. Das Ziel ist es, die Kinder möglichst früh an ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten heran zu führen, teilt das Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit. Die Kindergartenkinder und Schüler sollten zudem das heimische Obst und Gemüse wertschätzen und kennenlernen.
Um den gesunden Pausensnack zu finanzieren, hat sich die Rektorin Blanka Mandel auf die Suche nach Sponsoren gemacht. Beim Omnibus-Verkehr Ruoff in Waiblingen (OVR) stieß sie auf offene Ohren. Das Unternehmen übernimmt im ersten Schulhalbjahr die Hälfte der Kosten von rund 150 Euro. Die andere Hälfte wird von Mitteln der Europäischen Union bezahlt.
Der Kontakt zur Firma Ruoff hat sich in der Vergangenheit bereits etabliert. "Wir fahren die Schüler seit zehn Jahren zum Schwimmunterricht nach Marbach und zu Schulausflügen", sagte Jochen Biesinger, Prokurist beim OVR, beim gestrigen Pressetermin. Ob das Omnibusunternehmen das Schulfruchtprogramm auch im zweiten Schulhalbjahr sponsert, kann sich Biesinger zwar grundsätzlich vorstellen. "Es wäre aber schön, wenn auch andere Sponsoren gewonnen werden könnten", betonte er.
Auch die örtlichen Landfrauen bringen sich in das Projekt ein. Weil manche Gemüsesorten wie Kohlrabi und Paprika vor dem Verzehr vorbereitet und mundgerecht geschnippelt werden müssen, sind die umtriebigen Frauen gefragt. "Wir unterstützen die Kinder gerne", erklärte die Vorsitzende Brigitte Zürn.
Das Schulfruchtprojekt des Landes wird sich jedenfalls dauerhaft etablieren. "Und die Kinder haben die gesunde Zwischenmahlzeit bereits sehr gut angenommen", hat die Rektorin bereits festgestellt.