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Klöppelgruppe in Rohr Vom Drehen und Kreuzen

Stefanie Käfferlein, vom 09.02.2012 10:00 Uhr
Annerose Klein klöppelt seit zwei Jahren. Gelernt hat sie die Handarbeitskunst in der Alten Rohrer Schule bei Marianne Flegel. Foto: Stefanie Käfferlein
Annerose Klein klöppelt seit zwei Jahren. Gelernt hat sie die Handarbeitskunst in der Alten Rohrer Schule bei Marianne Flegel. Foto: Stefanie Käfferlein

Rohr - Flink bewegt Marianne Flegel ihre Finger. Bei jeder Bewegung klappern die Hülsenklöppel, die paarweise abwechselnd von einer Seite auf die andere wandern. „Drehen und kreuzen, das ist eigentlich das ganze Geheimnis des Klöppelns“, sagt Marianne Flegel und lässt weiterhin die Klöppel klacken. Klöppel sind nichts anderes als meist aus Holz hergestellte Spulen, auf denen das Garn aufgefädelt ist. Mindestens zwei Paar von ihnen sind erforderlich, um die Fäden durch Kreuzen und Drehen der Spulen zu verflechten. Regelmäßig wird das gearbeitete Stück mit Stecknadeln fixiert.

Marianne Flegel ist 1993 über eine Anzeige in der Zeitung zum Klöppeln gekommen. „Damals wurde hier in der Alten Rohrer Schule ein neuer Kurs vom Bürgerverein Vaihingen-Rohr-Büsnau angeboten, und ich wollte das unbedingt einmal ausprobieren“, erinnert sie sich. Seither ist Flegel eine begeisterte Anhängerin der alten Handarbeitskunst. „Beim Deutschen Klöppelverband habe ich verschiedene Kurse gemacht, darunter einen zum Kursleiter, einen gestalterischen Kurs und einen für Duchesse-Spitze“, erzählt sie.

Die Gruppe trifft sich jeden Montagabend

Jeden Montagabend trifft sich Marianne Flegel für zwei bis drei Stunden mit Gabi Mergenthaler und Annerose Klein in der Alten Rohrer Schule zum gemeinsamen Klöppeln. „Früher war die Gruppe größer, aber manche sind weggezogen oder haben aus Altersgründen aufgehört“, sagt Flegel, die damals die Gruppe geleitet hat. „Momentan sind wir mehr ein Treff“, fügt sie hinzu. Das soll sich jedoch bald wieder ändern, denn die Frauen sind auf der Suche nach neuen Teilnehmern.

Ende Februar soll für Anfänger ein neuer Kurs starten, den Marianne Flegel leiten wird. „Bei großem Andrang können mir Frau Mergenthaler und Frau Klein unter die Arme greifen“, sagt sie. Gabi Mergenthaler hat bereits zehn Jahre vor Marianne Flegel die ersten Spulen in die Hand genommen, bei einem Kurs in der Volkshochschule Leinfelden-Echterdingen. „Ich klöpple aus Spaß an der Freude und zur Beruhigung“, sagt Mergenthaler.

Klöppeln aus Spaß an der Freude

Annerose Klein hat die Handarbeitskunst vor zwei Jahren gelernt. „Ich bin beim Vaihinger Weihnachtsmarkt auf die Gruppe gestoßen und habe mir das Klöppeln dann bei unseren Treffen beibringen lassen“, erzählt sie. Auf ihrer Klöppelrolle, der Arbeitsunterlage, hat sie an diesem Abend eine Spitzenborte gesteckt. „Das kommt bei mir zu Hause als Schrankspitze in die Vitrine“, erklärt sie. Mergenthaler klöppelt an einem Spitzenkreuz, ein paar Exemplare hat sie daheim bereits vorgearbeitet. Marianne Flegel arbeitet an einem Quadrat.

„Wenn wir zusammensitzen, hat jeder von uns oft seine eigene Arbeit, bei der wir uns gegenseitig helfen, oder wir probieren neue Klöppelbriefe aus“, sagt Flegel. Klöppelbriefe sind die Vorlagen, die auf die Klöppelrolle oder das Klöppelkissen mit Karton und Folie gelegt und befestigt werden. Je ausgefallener und kreativer ein Muster ist, desto komplizierter wird auch die Vorgehensweise. Und: Je nachdem, wie breit die Nadeln und wie stark das Garn sind, variiert auch die Größe.

„Für meine letzte Arbeit habe ich mehr als 80 Klöppel verwendet“, sagt Flegel. „Das war das größte zusammenhängende Stück, das ich bisher gemacht habe.“ Auf ihrer Rolle entwickelte es ein solches Gewicht, dass die Rolle immer wieder davon rutschte. „Ich musste sie richtig auf dem Halter befestigen“, erzählt sie. Und die Klöppel klacken wieder durch ihre Finger.

Neuer Klöppelkurs startet Ende Februar

Klöppelkurs – Die Klöppelgruppe des Bürgervereins möchte für ihre Runde neue Teilnehmer gewinnen – sowohl Einsteiger als auch Erfahrene. Bei einer Info-Veranstaltung am Montag, 13. Februar, können sich interessierte Männer und Frauen über das Klöppeln und den am 27. Februar beginnenden Kurs „Klöppeln für Anfänger“ informieren und anmelden. Die Veranstaltung in der Alten Rohrer Schule, Egelhaafstraße 1, beginnt um 19 Uhr und dauert eine Stunde. Eine Anmeldung bei Marianne Flegel unter Telefon 68 25 55 ist erforderlich.

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