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Klimawandel In Europa werden die Winter kälter

dpa, vom 08.02.2012 12:47 Uhr
Die zugefrorene Außenalster in Hamburg Foto: dpa
Die zugefrorene Außenalster in Hamburg Foto: dpa
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Berlin - Der klirrend kalte Winter in Europa erscheint wie eine Bestätigung jüngster Klimastudien. Einige Forscher sagen kältere Zeiten im Winter voraus, wenn das Eis in der Arktisregion nördlich Europas weiter so stark schmelzen sollte wie bislang. Das entdeckte Phänomen könnte demnach die Wahrscheinlichkeit für extrem kalte Winter in Europa und Nordasien verdreifachen.

 

„Hier zeigen wir, dass der anormale Rückgang des winterlichen Meereises in der Barents-Kara-See extrem kalte Zeitenspannen bringen könnte, ähnlich wie die im Winter von 2005/2006“, schreiben Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Vladimir Semenov vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel in einer Studie von 2010. Ihr Computermodell ECHAM5 zeigt: Eine Erwärmung der Luft in der Barents-Kara-See nördlich von Skandinavien und Russland kann kalte Winterwinde nach Europa bringen.

"Wahrscheinlichkeit für kalte, schneereiche Winter steigt"

Forscher am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven kommen wenig später zu ähnlichen Ergebnissen. „Die Wahrscheinlichkeit für kalte, schneereiche Winter in Mitteleuropa steigt, wenn die Arktis im Sommer von wenig Meereis bedeckt ist“, schreibt das AWI am 26. Januar 2012 - wenige Tage, bevor es in Deutschland richtig kalt wird.

Und das geht so: Das Sonnenlicht erwärmt die dunkle Meeresfläche stärker als eine helle Eisdecke. Aufgrund der kleiner werdenden Eisfläche wird demnach mehr Wasser erwärmt, wodurch sich die Lufttemperaturen in der Arktisregion bis in Herbst und Winter erhöhen. „Dies lässt durch komplexe Wechselwirkungen den Luftdruckgegensatz zwischen der Arktis und den mittleren Breiten Europas geringer werden und kalte arktische Luft kann im Winter besser bis nach Europa vordringen“, erläutert AWI-Forscher Ralf Jaiser, der zusammen mit Kollegen in diesem Januar eine entsprechende Studie im Journal „Tellus A“ veröffentlicht hat. Dies sei natürlich keine „wasserdichte Prognose“, räumt er ausdrücklich ein. „Dafür ist das Klima zu komplex und es sind tatsächlich zu wenige Details verstanden.“

Erderwärmung ist ein Fakt

Sicher ist aber, dass die Thesen der Extremtemperaturen im europäischen Winter nicht die globale Erderwärmung oder den Weltklimareport infrage stellen. Sie beziehen sich vielmehr nur auf einen Teil der Winterzeit in einer Region der Erdoberfläche. „Wir sagen, dass es in der Arktis wärmer und bei uns kälter wird“, erläutert Jaiser. „Auf Spitzbergen ist es im Moment ungewöhnlich warm und es regnet.“ In der vergangenen Woche habe es auf dieser nördlich von Skandinavien liegenden Inselgruppe einen Regenrekord gegeben.

„Europa ist eine relativ kleine Region und die Winter sind nur eine von vier Jahreszeiten. Die anderen werden durchaus wärmer“, betont Jaiser. Das äußere sich bereits durch längere Vegetationszeiten. „Unsere Studie ist ein Puzzlestück im großen Klimageschehen.“

 

Kommentare (2)
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FEB
11
16:06 Uhr, geschrieben von Dieter Machmüller
ich bin jetzt schon fast 60 Jahre auf diesem Planeten zu Gast. Aufgrund eigenen erlebens sage ich Winter wie der diesjährige sind vollkommen normal!
Sie werden immer wieder durch wärmere Winter unterbrochen. Auch vollkommen normal! Seit Jahren gibt es keinen übermässigen Gletscherrückgang, keinen übermässigen, auf Menscheneinfluss rückführbaren, Temperaturanstieg. Die These vom CO² Einfluss ist lächerlich! Der CO2-Eintrag in die Atmosphäre durch Vulkane, Erdspalten und die riesigen Wasserflächen/Ozeane beträgt 600 Gigatonnen im Jahr, der menschgemachte CO2-Eintrag nur 30 Gigatonnen. Zudem ist CO2 unter den vielen Gasen in der Luft nur zu etwa 12 % am sog. „Treibhauseffekt“ beteiligt. Das bedeutet, dass der Anteil des menschgemachten CO2-Eintrags am Treibhauseffekt nur etwa 6 Promille ausmachen kann! Die CO2-Kurven und die Temperaturkurven der letzten 400.000 Jahre, gewonnen u.a. durch Eiskernbohrungen in der Antarktis, werden gerne herangezogen, um damit den Nachweis vom Zusammenhang des steigenden CO2-Gehalts der Luft mit Wärmeperioden zu erbringen. Allerdings wird bei entsprechend höherer Auflösung sichtbar, dass die CO2-Kurven den Temperaturkurven nicht etwa vorausgehen, sondern folgen, mit einem Abstand von 400 bis 4.000 Jahren! Hier werden also schlicht und ergreifend die Ursachen und Wirkungen vertauscht. Das Prinzip der Erderwärmung aufgrund der Anwesenheit bestimmter Gase wird nirgends wissenschaftlich schlüssig erklärt. Es gibt annähernd soviele Wissenschaftler die diese Theorie (=wichtig!! Theorie ist etwas das nicht bewiesen ist!!!) stützen, wie es Anhänger für die Gegenthese gibt! Ist wie mit evangelisch, Katholisch oder islamisch: der eine glaubt dies, der andere jenes! Ich habe mich anders entschieden: ich traue aus gutem Grund keiner Religion sondern verlasse mich auf meinen gesunden Menschenverstand. Dann kann ich Glauben durch Wissen ersetzen! Fest steht jedenfalls für mich da wo die CO² Thesen-Vertreter längst Glauben müssen, da habe ich noch Wissen.
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FEB
09
09:30 Uhr, geschrieben von Henderson
2-wöchiger Extrem-Winter?
Hallo? Was geht? Der Winter mit etwas kontinentaler Kaltluft aus Nordosteuropa hat doch erst vor knapp 2 Wochen begonnen! Von Extrem-Winter kann keine Rede sein. November, Dezember und das erste Viertel des Januars waren ungewöhnlich warm. Eine Phase mit Temperaturen unter -10 Grad und Ostwind gehört in jedem Winter dazu. Was die Forscher vom Leibniz-Institut sagen, ist, dass es wahrscheinlicher werden könnte, dass diese Kaltphasen öfter auftreten. Mehr nicht.
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