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Klatsche droht Kongresswahlen: Obamas Nöte

Joachim Rogge, Washington, vom 13.08.2010 09:35 Uhr

Washington - Die Bilanz von Barack Obama nach 18 Monaten im Amt des US-Präsidenten fällt besser aus als bei vielen seiner Vorgänger. Dennoch schafft er es nicht mehr, seine Erfolge und seine Botschaften unters Volk zu bringen. Bei den Kongresswahlen in drei Monaten droht ihm eine heftige Klatsche.

Die Damen außer Haus - da kann man es mal krachen lassen. Die Hütte voller richtiger Kerle, alle gut einen Kopf größer als der ohnehin nicht gerade klein geratene Gastgeber - das waren Momente, in denen Barack Obama sich einmal so richtig austoben konnte. Um Schonung hatte er vorher nicht gebeten. Wie viele Körbe der Präsident beim Geburtstags-Basketballspiel mit den Stars der US-Profiliga erzielte, wie viele er in dieser doch eher ungleichen Begegnung womöglich verschuldete, fällt unter die Kategorie Staatsgeheimnis.

Dass die NBA-Stars um Kobe Bryant sich Mühe gaben, den frisch 49-jährigen Präsidenten nicht allzu alt aussehen zu lassen, lässt sich allerdings vermuten. So viel Rücksichtnahme ist ansonsten eher selten in diesen schwül-heißen Sommerwochen, in denen das politische Washington schon auf den Herbst blickt. Im November wird das Parlament zu großen Teilen neu gewählt. Und alle Auguren gehen davon aus, dass die Klatsche gegen das Präsidentenlager heftig ausfallen wird.

Mies bis defätistisch ist die Stimmung selbst in Obamas engstem Zirkel. Dass sich Präsidentensprecher Robert Gibbs in aller Öffentlichkeit über die hohe Wahrscheinlichkeit ausließ, dass die Demokraten bei den Novemberwahlen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren werden, ließ die eigenen Abgeordneten vor Wut erbeben und bei Nancy Pelosi die Zornesadern schwellen. Die temperamentvolle Kalifornierin ist die Chefin der größten Kammer des US-Parlaments. Wutentbrannt tauchte sie nach Gibbs' Bemerkungen im Weißen Haus auf, um sich bei Obama über die Schwarzseherei der eigenen Truppen zu beschweren. Dabei trägt auch der Chef selbst mit galligem Humor zur Untergangsstimmung bei. "Es wäre wohl besser, wenn ich mich nicht mit euch sehen ließe", scherzte Obama unlängst im Kreis einiger Abgeordneter, die um ihre Wiederwahl bangen. Und mit bitterem Sarkasmus hatte der Präsident noch hinzugesetzt: "Ich bin gewiss der beste Präsident mit nur einer Amtszeit." Als galliger Scherz war auch das gemeint. Doch seinen Zuhörern blieb das Lachen eher im Hals stecken.

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