Ist ein neu gestaltetes Freibad "Luxus" oder eine "nachhaltige Investition"? Um diese Punkte wurde im Schorndorfer Gemeinderat erregt diskutiert, bevor eine klare Entscheidung fiel: Für einen Kostenaufwand von insgesamt 3,7 Millionen Euro wird von Herbst bis zum Frühjahr das Freibad modernisiert und der Saunabereich erweitert. Die Kosten dafür wollen die Stadtwerke durch ein Plus an Besuchern und eine Anhebung der Eintrittsgelder auffangen. Das soll sich besonders bei den Jahreskarten bemerkbar machen.
Fünf Stadträte lehnten die Modernisierung des Freibades ab, sie kamen mehrheitlich aus den Reihen CDU. Stadtrat Max Klinger nannte es "verantwortungslos und instinktlos", dass sich die Stadtwerke in Zeiten, in denen sie ihre Gelder für den Rückkauf der Stromnetze bereithalten müssten, sich solchen "Luxusaufgaben" widmeten. Klinger nahm vor allem Anstoß an der geplanten Filtrierung des Seewasser, das, wie berichtet, durch Umwälzung sowie einer Kombination verschiedener Filter "Bodenseh-Qualität" bekommen soll. "Wir geben Geld aus, das wir nicht haben", sagte Klingers Fraktionskollege Ingo Sombrutzki.
Bäderbetriebsleiter Jörg Bay hatte argumentiert, der Ziegeleisee habe in den vergangenen Jahre nach und nach an Besuchern verloren. Nach seiner Meinung sollen zusätzliche Attraktion wie Sprungfelsen, Annehmlichkeiten wie eine terrassenförmige Liegewiese im südlichen Teil des Bades sowie optische Erneuerungen wie ein neues Kassen- und Umkleidegebäude am Freibadeingang das Bad wesentlich attraktiver gestalten. "Das passt voll in unsere Linie zu mehr Nachhaltigkeit", lobte Grünen-Sprecher Werner Neher, der nur die mäßige Anbindung des Freibades an den Öffentlichen Nahverkehr bemängelte.
Trotz allem Geplänkel waren die Investitionen in den Saunabereich, der dem Oskar-Frech-Seebad ein Einnahmeplus beschert, unstrittig. Erweitert werden soll deren Umkleidebereich. In einem Außengebäude sollen zusätzliche Ruheliegen aufgestellt werden. Geplant sind zudem eine in der Höhe montierte Baumsauna sowie eine im Boden vergrabene Erdsauna.