Kinderwissen Zu viele Waschbären

Von Kinderchefreporter Paul 

„Hallo, wer bist du denn?“ Waschbären sind sehr neugierige Tiere. Foto: dpa
„Hallo, wer bist du denn?“ Waschbären sind sehr neugierige Tiere.Foto: dpa

Jäger wollen heimische Tierarten in Deutschland vor den Raubtieren schützen.

Stuttgart - Erinnern Dich Waschbären auch immer ein wenig an die Panzerknacker – die Einbrecherbande aus der Comic-Stadt Entenhausen? Die schwarzen Flecken auf den Augen der Tiere sehen ähnlich aus wie die Augenbinden, welche die Panzerknacker immer tragen.

Waschbären sind ungefähr so groß wie ein Fuchs. Die Männchen (Rüden) wiegen meist zwischen fünf und acht Kilogramm, die Weibchen (Fähen) sind etwas leichter. Waschbären sind Raubtiere. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika. Inzwischen sind sie aber auch in Mittelamerika sowie in Teilen Europas und Asiens heimisch. In Deutschland breiten sich die Waschbären sogar immer weiter aus, sagen die Experten des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Die Kleinbären kommen inzwischen in 43 Prozent der Jagdreviere vor, von denen der DJV Daten hat. Insgesamt 24 000 Reviere hat er überprüft – nicht einmal die Hälfte der bejagbaren Fläche in Deutschland. Es könnten also noch viel mehr Waschbären unterwegs sein.

Waschbären sind sehr neugierige Tiere. Sie haben in Deutschland keine natürlichen Feinde und sind quasi Allesfresser. Zu ihren Lieblingsspeisen gehören – je nach Jahreszeit – Fische, Vogeleier, Insekten, Mäuse, Würmer und Nüsse. Die Paarungszeit der Waschbären ist im Frühjahr. Nach etwa neun Wochen bringen die Weibchen zwei bis sechs Junge zur Welt. Dass die putzigen Kleinbären sich immer weiter ausbreiten, finden die Jäger vom DJV allerdings gar nicht gut – zum Beispiel, weil sie die Eier geschützter Vögel aus deren Nestern rauben und fressen. Die Eier zu bekommen, ist für die flinken Raubtiere kein großes Problem: Waschbären können gut schwimmen und klettern. Mit ihren schmalen Tatzen können sie selbst in engen Baumhöhlen nach Nestern greifen. Der DJV fordert nun, die Ausbreitung des Waschbären in Deutschlands zu stoppen – oder sie zumindest zu verlangsamen. Damit möchten die Jäger die Tiere, die hierzulande schon seit langer Zeit heimisch sind, schützen.

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