Kinderpornografie Ermittlungsverfahren haben sich verdoppelt

Von Franz Feyder 

Bei den Ermittlungen werden mit Hilfe einer speziellen Suchmaschine Videos im Internet aufgespürt, die den Missbrauch von Kindern bis zum zwölften Lebensjahr zeigen Foto: dpa-Zentralbild
Bei den Ermittlungen werden mit Hilfe einer speziellen Suchmaschine Videos im Internet aufgespürt, die den Missbrauch von Kindern bis zum zwölften Lebensjahr zeigenFoto: dpa-Zentralbild

Innerhalb von zwei Jahren haben sich die aus Baden-Württemberg initiierten Strafverfahren wegen Kinderpornografie mehr als verdoppelt. In diesem Jahr sind es bereits 11 753 Verfahren.

Stuttgarter - Staatsanwälte leiteten nach Informationen unserer Zeitung auf Grundlage von Ermittlungen des baden-württembergischen Landeskriminalamtes (LKA) weltweit in diesem Jahr bereits 11 753 Strafverfahren wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ein. In 800 Fällen stützen sich deutsche Ankläger auf die Recherchen der Kriminalen in Stuttgart. Das bestätigte ein Sprecher der Polizeibehörde. Im gesamten Jahr 2014 wurden durch die Kriminalen 10 387 Strafverfahren initiiert, ein Jahr zuvor waren es 5 716 Verfahren.

Bei ihren Ermittlungen spürten die Beamtinnen und Beamten mit Hilfe einer speziellen Suchmaschine Videos im Internet auf, die den Missbrauch von Kindern bis zum zwölften Lebensjahr zeigen. Der Leiter der zuständigen Ansprechstelle für Kinderpornografie im LKA, Kriminalhauptkommissar Achim Traichel, fordert Eltern auf, sich intensiver mit dem Internet zu beschäftigen. Nach Erfahrung der Ermittler sprechen Täter dort Kinder gezielt in Kinder- und Jugendforen an. „Eltern müssen dieselbe Medienkompetenz entwickeln, die ihre Kinder im Umgang mit Computern und dem Internet schon haben“, sagte der Fahnder. Eltern empfiehlt er, mit Kindern „auch und gerade über das Thema Sexualität im Gespräch zu bleiben“.

Pädokriminelle statt Kinderpornografie

Zugleich mahnte er einen bewussteren Umgang mit dem aus seiner Sicht verharmlosenden Begriff „Kinderpornografie“ an. Pornografie sei die Darstellung menschlicher Sexualität mit dem Ziel, den Betrachter zu erregen. „Kinder aber werden in diesen Filmen missbraucht, vergewaltigt und ihrer Würde beraubt. Das hat mit Pornografie nichts, aber auch gar nichts zu tun“, sagte Traichel und regte deshalb an, von Pädokriminellen zu sprechen.

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