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Kinder klettern an künstlichen Wänden

"Marbach und Bottwartal", vom 24.08.2010 02:40 Uhr
TSV Gronau Die Abteilung Bergsport ist mit 14 Kindern in der Kletterarena im Alpinzentrum des DAV Heilbronn gewesen.

Oberstenfeld Wenn ich in meinen Kindheitserinnerungen krame, finde ich solche Wörter wie künstliche Kletterwände oder Kletterarenen nicht, weil es so etwas in den sechziger und siebziger Jahren auch gar nicht gab. Wenn jemand klettern wollte, musste er sich entsprechende natürliche Felsformationen in der Gegend suchen oder in die Berge fahren.

Aber wir Kinder kamen, was das Klettern anbelangt, trotzdem nicht zu kurz. Es gab zu der damaligen Zeit, auch in den Städten noch viele unbebaute Grundstücke mit riesigen Obstbäumen. Diese waren in meiner Kindheit unsere Kletterobjekte. Wir kletterten, natürlich ohne jegliche Sicherung, bis in die höchsten Baumwipfel, so dass es unseren Eltern himmelangst wurde.

In den letzten Jahren ist das Wandern und das Klettern immer beliebter geworden. Speziell das Klettern gewann in der Schul- und Erlebnispädagogik immer mehr an Bedeutung. Klettern an künstlichen Wänden verspricht Abenteuer und Herausforderung, Grenzerfahrungen und bereits bei geringen Schwierigkeitsgraden Erfolgserlebnisse. Beim Klettern werden nicht nur Geschick, Ausdauer und Kraft gefördert, sondern auch Vertrauen und Verantwortungsgefühl.

Bei diesem Hintergrund durfte es die Abteilung Bergsport auch nicht verwundern, dass sich viel mehr Kinder beim Klettern anmelden wollten, als dann tatsächlich in die Kletterarena mitgehen konnten. Laut ihren Aussagen hatten viele der angemeldeten Kinder schon eine unruhige Nacht hinter sich, weil sie dem Abenteuer Klettern entgegenfieberten. Nach und nach trudelten sie am Montagmorgen gegen 9 Uhr mit ihren Eltern vor der Mehrzweckhalle in Gronau ein. Nachdem die Kinder - alle zwischen 9 und 12 Jahren - da waren, überreichte der Filialdirektor der Kreissparkasse Oberstenfeld, Heiko Brosi, als Sponsor einen Scheck von 100 Euro. Als weiterer Sponsor dieses Programms fungierte der Verein selbst, nämlich der TSV Gronau.

Nach dem obligatorischen Foto mit den Kindern, dem Sponsor und den Betreuern wurden die Kinder auf den Vereinsbus und die anderen Fahrzeuge verteilt. Nach kurzer Fahrt kamen wir im DAV Alpinzentrum Kletterarena Heilbronn an. Der Klettertrainer Carsten gab den Kindern eine kurze Einweisung zur Sicherung. Anschließend wurden sie in drei Gruppen eingeteilt.

Dann endlich begann das eigentliche Klettern. Die jungen Bergsportler übten zunächst an einer Kletterwand mit einem geringeren Schwierigkeitsgrad. Gesichert wurden sie von den zwei Klettertrainern Carsten und Christoph sowie dem Abteilungsleiter Bergsport Michael. Nachdem jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin mehrmals das Klettern geübt hatte, ging es im Obergeschoss der Kletterarena an den Wänden mit höheren Schwierigkeitsgraden weiter.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die jungen Sportler etwas erholen und erfrischen konnten, kam das Highlight dieses Klettermorgens. Die jungen Kletterer durften, wenn sie es wollten, von unten bis an die Decke der Arena klettern. Dies stellte schon eine gewaltige Herausforderung für die Kinder dar. Die jungen Sportler kletterten unermüdlich, und die zwei Stunden in der Halle vergingen wie im Flug.

Klettern macht müde und hungrig. Dies spürten die Kinder am eigenen Leib. Deshalb fuhren wir von der Kletterarena direkt nach Ilsfeld, wo Ulla und Arndt bereits den Tisch aufs Beste gedeckt hatten. Zuerst stillten die kleinen Kletterer dort ihren Durst, dann gab es gegrillte rote Würste mit Wecken und Gemüse. Anschließend servierte Ulla den Kindern noch als Leckerei echte schwäbische, selbst gemachte Flachswickel. Michael erklärte ihnen zudem noch, was die Abteilung Bergsport des TSV Gronau alles macht, nämlich hauptsächlich wandern (in unserer Gegend und in den Bergen), Rad fahren, Ski fahren und teilweise kulturelle Veranstaltungen besuchen. So gegen 14 Uhr wurden die Kinder dann wieder bei ihren Eltern abgesetzt.

Den Kindern hat das Klettern an künstlichen Wänden sehr viel Spaß bereitet. Vielleicht bietet die Abteilung Bergsport des TSV Gronau noch einmal das Klettern für Kinder im nächsten Jahr an.

Klaus Kandziora, TSV Gronau

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