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"Kein Supermann" Joachim Gauck - der Wunsch-Präsident

Theresa Schäfer, vom 18.03.2012 15:49 Uhr
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Sie sind die Neuen im Schloss Bellevue: Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. Foto: dapd
Sie sind die Neuen im Schloss Bellevue: Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. Foto: dapd
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Stuttgart - Beim Volk hatte er schon längst gewonnen: Würde der deutsche Bundespräsident von den Bürgern gewählt, so ergaben es Umfragen, hätte er schon 2010 Joachim Gauck und nicht Christian Wulff geheißen. Jetzt hat die Republik den Präsidenten bekommen, den die Menschen im Land sich wünschen: Einen "linken, liberalen Konservativen" (Gauck über Gauck), DDR-Bürgerechtler und obersten Aufarbeiter der Stasi-Vergangenheit. Und einen Kandidaten, der - anders als 2010 - von Union, SPD, Grünen und FDP gemeinsam getragen wird.

Die Erwartungen an Gauck sind so hoch, dass sie dem 72-Jährigen offenbar selbst unheimlich werden: "Ich kann Sie nur bitten, die ersten Fehler gütig zu verzeihen und von mir nicht zu erwarten, dass ich ein Supermann und ein fehlerloser Mensch bin."

Im Netz mehrten sich bereits die kritischen Stimmen: Unter dem Hashtag #notmypresident wurde auf Twitter jede Äußerung Gaucks seziert: Über Hartz IV, die Occupy-Bewegung, Thilo Sarrazin. Auch die Grünen wurden bei manchen Zitaten ihres Kandidaten stutzig: Dass Gauck offenbar in einem Interview die umstrittenen Thesen Sarrazins verteidigte, kam bei der Parteibasis nicht gut an.

Doch wer ist eigentlich dieser Mann, den sich eine Mehrheit in Deutschland offenbar so innig zum Präsidenten wünscht? Wir versuchen eine Annäherung in Bildern.

Kommentare (7)
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MRZ
19
13:29 Uhr, geschrieben von V wie Vendetta
Die Ansprüche und das Wunschdenken, eine Gradwanderung
Er , Gauck ist von der Bourgeoisie erkoren und gewählt worden. Somit kann er den Ansprüchen des entmündigten, weil nicht wahlberechtigeten , Proletariats nicht dienen. Die Person Gauck und das was er verkörpert hätte diesen Ansprüchen durch die Wahl des Proletariats voll entsprochen. Es ist wieder eine Chance für mehr Direkt-Demokratie vertan worden. Diese Republik ist dringend reformbedürftig. Ein Bundespräsident Gauck , seine politische Einflußnahme ist von Amts wegen beschränkt, kann seinen eigenen Ansprüchen durch diese Beschränkung kaum Rechnung tragen, geschweige den Ansprüchen des Proletariats. Gauck steckt in einer idiologischen Zwangsjacke die seine Persönlichkeit zu großen Teilen neutralisiert. Das Amt des Bundespräsidenten ist ein Maulkorb für den "linken, liberalen Konservativen" (Gauck über Gauck), DDR-Bürgerechtler und obersten Aufarbeiter der Stasi-Vergangenheit. Deshalb kann er die an in gestellten Erwartungen, wenn überhaupt, nur marginal erfüllen.
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MRZ
14
22:35 Uhr, geschrieben von Albert Seitzer
zu Lothar Beckstein
Die Mittelschicht kämpft ums Überleben, sie wird nicht "gerettet". Immer mehr Leute gleiten in die untere Unterschicht ab. Diese werden nicht nur nicht "gerettet" sondern sogar schikaniert. Gegen sie wird geradezu gehetzt und Herr Gauck ist mit dabei. Es ist eine alt bewährte Geschichte, Politiker hetzen gegen Arme und verbreiten die Mär, dass diese selbst Schuld seien an ihrer aussichtslosen Situation. Statt dessen "rettet" man Finanzbetrüger, zerstörerische Schmarotzer vor der Marktkonsequenz. Es wäre sehr viel billiger gewesen, die Opfer zu "retten". Dabei wäre auch noch das Fundament der Realwirtschaft saniert worden.
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FEB
22
17:13 Uhr, geschrieben von Lothar Beckstein
Nur ein neuer Prediger der verrohenden Mittelschicht!
Das Amt des BP ist überflüssig, ein feudales Relikt für obrigkeitsgläubige Deutsche!! Auch Gauck ist kein echter Menschenfreund: 1) Gaucks neoliberales Verständnis von Freiheit als Freiheit des kapitalistischen Abzockertums, schließt soziale Menschenrechte aus. 2) Mit der Hatz4-Agenda und ihren brutalen Folgen ist er sehr einverstanden, für die Betroffenen und ihre Proteste hat er stets nur Verachtung. 3) Kritik am Kapitalismus findet Gauck lächerlich. 4) Die Entscheidung zur Begrenzung der Laufzeit von AKWs gefühlsduselig. 5) Dem Krieg in Afghanistan hat Gauck die Treue gehalten, denn auch dieser Christ ist ein Krieger. 6) In der Vertriebenfrage ist der künftige Bundespräsident ein Kumpan von Erika Steinbach und hat Probleme mit der polnischen Westgrenze. 7) Was er von Demokratie und Humanismus hält, verrät er, indem er für die Verfassungsschutzüberwachung der Linkspartei eintritt und den Ideologen des Rassismus der Mitte, Thilo Sarrazin, "mutig" findet. 8) Hat jemand je eine scharfe und überzeugende Kritik an Nazis von ihm gehört? 9) Fremdenfeindlichkeit kann er verstehen, aber er schätzt es nicht, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird. Fazit: Der Kandidat und die vier ihn aufstellenden Parteien passen zu einander. Quelle: http://duckhome.de/tb/archives/9871-Jutta-Ditfurth-zu-Praesident-Gauck.html
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