Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Katzenschwemme bringt Tierschutzverein in Schwierigkeiten

"Filder-Zeitung", vom 27.07.2010 02:46 Uhr
Filderstadt. Ein Mann hält 32 Katzen in seiner Wohnung. Jetzt sind die Tiere im Tierheim - und das ist überfüllt. Von Carolin Pelger

Mit dieser Zahl aufzunehmender Katzen hatte im Tierheim niemand gerechnet. Am 19. Juli trafen zwei Mitarbeiterinnen des Tierheims in der Wohnung eines Mannes in Filderstadt ein. Was sie dort fanden, ist das Resultat einer außer Kontrolle geratenen Tierliebe: Nachdem sich das Veterinäramt zuvor bereits eingeschaltet hatte, entschloss sich der Mann kurzerhand, alle 32 Katzen ins Tierheim zu geben. Da die Tiere zahm waren und einige bereits in Transportkörben saßen, konnten die Mitarbeiterinnen die Katzen schnell wegbringen.

Die nachfolgende Erstversorgung beanspruchte dagegen viel Zeit. Alle 32 Katzen waren voller Flöhe und Würmer. Außerdem waren sie von Ohrmilben befallen. Die meisten Jungtiere hatten Katzenschnupfen. Die ausgewachsenen Tiere waren nicht kastriert. Insgesamt wurden vier Kater, vier weibliche Katzen, zwei Mutterkatzen mit zusammen elf Katzenkindern, eine Mutterkatze mit zwei Jungkätzchen, eine Mutterkatze mit drei Kindern und vier weitere Jungkätzchen aus der Wohnung geholt.

Für Hanne Dressler ist der Tierschutzverein Tierfreunde Filderstadt nun in eine schwierige Situation geraten. "Die Anzahl der Tiere sprengt unsere Kapazitäten. Mit insgesamt 30 Katzen sind wir schon gut bedient", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Einige der Katzen müssen deshalb in benachbarte Tierheime abgegeben werden. Mit mehr als 60 Katzen betreut das Tierheim im Moment eine rekordverdächtige Anzahl. Die erwachsenen Tiere wurden umgehend kastriert.

Laut Hanne Dressler kämpfen im Moment alle Tierschutzvereine mit einer Katzenflut. "Einige Besitzer lassen ihre Katzen einfach nicht kastrieren, außerdem gibt es im Augenblick viel zu viele wilde Katzen", erklärt Dressler. Einige Vereine mussten bereits die Aufnahme stoppen, da sie keine Unterbringungsmöglichkeiten mehr haben.

Die Tierschutzvereine weisen ausdrücklich darauf hin, kein Futter außerhalb der Wohnung aufzustellen, wenn man keine Katze will. Es wird auch geraten, eine Katze unverzüglich kastrieren zu lassen, wenn man diese aufnimmt oder füttert. Falls eine Katze einen heimatlosen Eindruck macht, sollte umgehend der Tierschutzverein informiert werden, denn wer streunende Katzen füttert, übernimmt die Verantwortung und muss im Zweifelsfall auch für die Kosten aufkommen.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen


„Auf eine neue Krise sind wir nicht vorbereitet“
[Kommentare 2] Die Stadträte von Leinfelden-Echterdingen sind über die Finanzlage besorgt: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. Vor radikalen Schnitten schrecken sie noch zurück.
Feuerwehr auf dünnem Eis
Die Feuerwehr Stuttgart hat auf dem Möhringer Riedsee geübt, wie man Menschen rettet, die sich auf zu dünnes Eis begeben haben und eingebrochen sind.
Anzeigen
Anzeige
Nachrichtenticker
03:07   47. Goldene Kamera wird verliehen
02:47   Berichte über Blutbad in Homs - Mehr als 200 Tote
02:32   Merkel rechnet mit Chinas Hilfe für Europa
01:35   Dortmund nach 2:0-Sieg in Nürnberg Tabellenführer
01:06   Russische Massenproteste vor Präsidentenwahl
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
VfB gegen Leverkusen

Am Samstagnachmittag spielt der VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen. Und da der VfB vier Liga-Pleiten in Folge kassierte, stellt sich die Frage: Wird diese Serie nun ein Ende nehmen?

 
Aber sicher, der VfB gewinnt in Leverkusen
Ja, weil der VfB ein Unentschieden holt
Nein! Der VfB verliert auch in Leverkusen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise