Von Leserin Ursula Lohrmann aus Stuttgart stammt diese schöne Geschichte: "Meine Großmutter war in jungen Jahren Köchin in einem vornehmen reichen Haus. An einem Freitag stand Fisch auf dem Speiseplan; es gab einen ganzen Karpfen. Einem Zimmermädchen, das auch die Speisen auftragen musste, gab meine Großmutter den Auftrag: ,Bevor du den Fisch dr Herrschaft uff da Disch stellsch, stecksch en Zitronaschnitz ens Maul!' Das Mädchen folgte der Anweisung und servierte den Karpfen mit einem Zitronenschnitz in ihrem Mund . . ."
Leser Norbert Maier aus Winterbach hat die folgenden Zeilen geschrieben: "In den sechziger Jahren machte ich eine dreieinhalbjährige Ausbildung. Um an meinen Ausbildungsplatz zu kommen, fuhr ich mit der Eisenbahn von Schorndorf in Richtung Stuttgart. Damals konnte man nicht so einfach auf die Bahnsteige gelangen wie heute. Wollte man jemanden am Zug verabschieden oder abholen, musste man eine Bahnsteigkarte für 10 Pfennig lösen. Das Billetle wurde beim Betreten des Bahnsteigs vom Schaffner an der Sperre mit einer Lochzange geknipst und so entwertet. Am Ersten des Monats musste ich mir eine neue Monatskarte kaufen.
Als ich einmal sehr in Eile war, rannte ich einfach durch die Sperre, ohne meine Monatskarte zu entwerten. Prompt schrie mir der Schaffner mit seiner Lochzange hinterher: ,Halt, halt! Ohne Loch ka i koin fahra lau!' Im Rennen schrie ich zurück: ,I au net!' Aber meinen Zug hatte ich noch erwischt."
Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Erwin Müller aus Vaihingen/Enz-Aurich: "Do hot mei Vaddr g'miggt (gebremst), do migg i au - on wenn's dr Berg nuffgoht."
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