Die süddeutsche U17-Judo-Elite trifft sich an diesem Wochenende in der Sporthalle in Kirchberg, um die Teilnehmer für die Deutschen Meisterschaften im hessischen Neuhof zu ermitteln. Organisiert werden die Kämpfe vom JudoTeam Steinheim, das sich selbst in einigen Gewichtsklassen gute Chancen ausrechnet. Insgesamt fünf Judoka aus der Urmenschstadt gehen am Samstag und Sonntag an den Start: Bei den Mädchen in der Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm Jana Scheffold, Lena Sophie Rehn und Juliane Walter in der Klasse bis 44 Kilogramm sowie Catrin Schopper in der 48 Kilogramm-Kategorie. Bei den Jungen ist Simon Lay der einzige Steinheimer Athlet in der Klasse bis 60 Kilogramm.
Große Hoffnungen setzt Trainerin Trixi Kästle vor allem in Juliane Walter. Die 14-Jährige hat in den vergangenen Jahren eine stetige Aufwärtstendenz in ihren Leistungen gezeigt und wurde dafür im vergangenen Jahr vom Landesverband als "Judo-Nachwuchsstar 2011" ausgezeichnet. "Das ist schon eine Ehre und ein schönes Gefühl, wenn man aufgerufen wird und dann einen Pokal überreicht bekommt", erzählt das aufgeweckte Mädchen mit den blonden Haaren. Ihren bisher größten Erfolg feierte sie 2011 mit dem zweiten Platz in der Klasse bis 40 Kilogramm bei den Deutschen U17-Meisterschaften am Nürburgring. Hinzu kamen mehrere Medaillen bei bundesweiten Sichtungsturnieren.
Juliane Walter wird am Sonntagvormittag als eine der Ersten auf die Matte gehen. "Ich kämpft gerne vormittags. Da kommt man nach dem Aufwärmen gleich dran und muss nicht lange in der Halle warten. Da wird man manchmal schnell wieder müde", erklärt die Neuntklässlerin des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach. Ihr Ziel ist das Ticket für die Deutschen Meisterschaften Ende Februar in Neuhof. Dazu müsste sie unter die ersten Drei kommen. "Das Finale traue ich mir zu", sagt Juliane Walter. Eine Angstgegnerin hat sie auf süddeutscher Ebene nicht: "Es gibt ein paar Kämpferinnen aus dem badischen Verband, bei denen ich aufpassen muss", sagt sie.
Trainerin Trixi Kästle ist sich sicher, dass die 1,62 Meter große und 44 Kilogramm schwere Kämpferin die Qualifikation für die DM schafft: "Sie hat in ihrer Gewichtsklasse im vergangenen Jahr alle Gegnerinnen dominiert." Meist punktet Juliane Walter mit ihrer Spezialtechnik Uchi-Mata, dem Innenschenkel-Hüftwurf - wie viele Steinheimer Judoka. "Mit ihrem technischen Vermögen könnte sie aber viel vielseitiger agieren", meint Kästle. Zudem müsse sie sich mehr zutrauen. Dabei sucht die 14-Jährige zumeist selbst die Offensive und greift ihre Gegnerinnen an. "Kontern tue ich fast nie", gibt Juliane Walter zu.
Mit sechs Jahren hat sie mit dem Judo angefangen. "Ich bin einfach mal mit meinem Bruder Tilman mitgegangen", weiß sie noch. Vor zwei Jahren hat sie es mit Fußball bei den Biegelkickern Erdmannhausen probiert, dies jedoch nach einem halben Jahr zugunsten von Judo wieder aufgegeben. Dreimal pro Woche trainiert Juliane Walter im Steinheimer Dojo, dazu kommt einmal pro Woche Krafttraining und joggen. Die Deutschen Meisterschaften sollen für die 14-Jährige auch nur eine Zwischenstation sein: "Im nächsten Jahr finden eine Europäische Jugend-Olympiade und die Jugend-WM statt. Die Qualifikation kann sie schaffen", glaubt Kästle.