Es gibt Dinge, die gehen einfach weiter, scheinbar wie von selbst. Dazu gehört "Die Nacht der Lieder", die Benefizshow zugunsten der Aktion Weihnachten der Stuttgarter Nachrichten. Im vergangenen Jahr feierten wir an zwei Abenden im Theaterhaus die Nummer zehn der Veranstaltungsreihe. Diesmal, am Sonntag, 4. Dezember (19 Uhr), beschränken wir uns im Theaterhaus auf einen Abend, aber erneut steigt ein Jubiläum: "Die Nacht der Lieder" ist zehn Jahre alt, erstmals fand sie 2001 statt.
Die Show war diesmal eigentlich schon ausverkauft; inzwischen gibt es wieder ein paar Karten, weil wir die Bühne zugunsten der Publikumsreihen etwas verkleinern. Da heißt aber nicht, dass wir das Programm reduzieren. Alles läuft wie geplant.
Die Veranstaltung wurde bekanntlich ein Wanderzirkus. Erst 2010 landeten wir im Theaterhaus, weil unser vorheriges Domizil, das Schauspielhaus der Staatstheater, umgebaut wird. Das Theaterhaus auf der Prag wiederum ist alles andere als Ersatz, wir bedanken uns bei freundschaftlichen Gastgebern.
Treue Stammgäste erinnern sich, wie vor zehn Jahren alles angefangen hat, in einem zum Bühnensaal umfunktionierten Saal der Metropol-Kinos. Zuvor hatten wir in kleinerem Rahmen, etwa im Alten Schützenhaus in Heslach und im Siegle-Haus, Benefizprogramme präsentiert.
Im Sommer 2001 war ich im Krankenhaus, und als das Gröbste vorbei war, dachte ich an Weihnachten und die Möglichkeit, im Winter mal was Vernünftiges zu machen. Im Foyer des Marienhospitals sang seinerzeit ein Chor, und ich dachte: Lass uns "Die Nacht der Lieder" veranstalten. Musikanten, Sänger und Artisten sollen für einen guten Zweck auftreten. Womöglich freuen sich unsere Leserinnen und Leser, die Big Spender der Aktion Weihnachten, über eine Benefizsache für alle (und nicht etwa für Promis).
Weil die Idee, Künstler aus verschiedenen Stilen, nämlich aus Pop und Jazz, Comedy und Klassik, auf die Bühne zu holen, damals nicht allen geheuer erschien, fingen wir vorsichtshalber relativ bescheiden an. Zuerst marschierte ich zu Herrn Eberhard Mertz, den Kino-Besitzer im Marquardt-Bau. Herr Mertz hatte uns zuvor schon Kinosäle für andere Veranstaltungen geöffnet, und er half sofort.
Der nächste Besuch galt der Staatsoper, damals unter der Leitung von Klaus Zehelein. Wir brauchten unbedingt eine Opernsängerin. Dahinter steckte der VarietéGedanke, etwas Harmonisches mit harten Schnitten und Kontrasten herzustellen. Die Oper hatte damit kein Problem, so ging alles seinen Gang und alles weiter.
In diesem Jahr freuen wir uns, erstmals Pumeza Matshikiza bei der "Nacht der Lieder" begrüßen zu dürfen. Die südafrikanische Sopranistin ist neu im Ensemble der Oper Stuttgart. Vergangenen Sommer, dies als Anekdote am Rande, hat sie bei der Hochzeitsgala von Fürst Albert und Charlene Wittstock in Monaco gesungen.
Im zehnten Jahr der Show moderiert erneut Eric Gauthier; der Kanadier bringt die Mitglieder seiner Theaterhaus-Kompanie Gauthier Dance mit, unterstützt wird er von unserer Big Night Show Band mit Jens-Peter Abele (Gitarre), Marquis de Shoelch (Keyboards), Fritsch Kienle (Bass) und Wolfgang Rosner (Schlagzeug).
Die Anfänge haben wir nicht vergessen: Roland Baisch war 2001 unser erster Conférencier, diesmal ist er, begleitet von seinem Gitarristen Frank Wekenmann, als Sänger dabei. Und weil das Ganze wie eine Familienfeier ist, wirkt auch seine Tochter mit, die Trapez-Artistin Vanessa Lee (zuletzt war sie im Friedrichsbau zu sehen).
Als Stammgäste gehen die Sänger der A-cappella-Band Füenf auf die Bühne. Daneben präsentieren wir neue Künstler, so die Balladen-Band der Geschwister Max & Laura Braun; Gitarrist Max lebt in Stuttgart, Sängerin Laura in London.
Den Jazz-Part übernimmt das Klasse-Duo Joerg Reiter & Frank Kuruc. Der Pianist Reiter und der Gitarrist Kuruc sind Virtuosen mit großer musikalischer Flexibilität. Und weil es auf unserer Bühne keine Berührungsängste gibt, präsentieren wir erstmals sehr junge Musiker aus der Electro-Pop-Nische: Die Selektion, eine Band voller explosiver Überraschungen.
Restkarten gibt es unter der Telefonnummer 07 11 / 40 20 720 und im Internet: www.theaterhaus.com