Jobticket der VVS Neues Firmenticket wird bei Stadt zum Verkaufsschlager

Von Konstantin Schwarz 

Bei der Stadt haben bereits 1727 Beschäftigte das Jobticket neu gelöst. Foto: Leif Piechowski
Bei der Stadt haben bereits 1727 Beschäftigte das Jobticket neu gelöst. Foto: Leif Piechowski

Das vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) zum 1. April neu konzipierte Firmenticket wird stark nachgefragt. Möglich sind nun bis zu zehn Prozent Rabatt, wenn der Arbeitgeber pro Monat wenigstens zehn Euro zuschießt. Bei der Stadt haben bereits 1727 Beschäftigte die Jahresfahrkarte gelöst.

Stuttgart - Bei den Beschäftigten der Landeshauptstadt und in den städtischen Kliniken entwickelt sich das neue Jobticket des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) zum Verkaufsschlager. Zur Einführung am 1. April hatten 1727 Beschäftigte mehr als 2013 das neue Jobticket bestellt. Das ist eine Zunahme von 31 Prozent.

Auch bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), neben der Deutschen Bahn Hauptstütze des Vertriebs, ist die Nachfrage hoch. „Wir hatten 60 Bestandsfirmen, bis 1. Juli haben 41 neue zugesagt“, so SSB-Marketing- und Vertriebsleiter Markus Raupp. Bis 1. Mai werden zunächst 16 Unternehmen einsteigen, darunter vier, die Service bieten und Sammelbestellungen für Kleinfirmen mit weniger als 50 Bestellern bündeln. Eine davon ist die Kreishandwerkerschaft, die bisher elf Besteller zusammenfasst.

Seit 1. April gilt: Wenn der Arbeitgeber pro Monat mindestens zehn Euro für die Karte beisteuert, ist diese zehn Prozent günstiger als eine normale Jahreskarte. Ohne Zuschuss sinkt der bisherige VVS-Rabatt allerdings von sieben auf fünf Prozent. Schon vor der Umstellung stieg die Zahl der Firmentickets im Verbund von 49 318 (Ende 2013) auf 50 175 (Ende Februar 2014).

Haupteinnahmen kommen aus dem Berufsverkehr

„Wir setzen große Hoffnungen auf das neue Firmenticket, unsere Haupteinnahmen kommen aus dem Berufsverkehr, und der wächst, während zum Beispiel die Schülerzahlen stagnieren“, sagt Raupp. Mit den bisherigen Kunden Daimler und Landesbank ist die SSB in Zuschuss-Gesprächen. In solchen Großfirmen schlummert für den Verkehrsverbund erhebliches Potenzial.

Stuttgarts OB Fritz Kuhn und Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfe (beide Grüne) nannten am Donnerstag die Zuwachszahlen für die Stadt, die von beiden in dieser Höhe nicht erwartet wurden. „31 Prozent mehr ist ein großartiges Ergebnis, unsere Initiative zeigt die erhoffte Wirkung, die Menschen steigen auf den öffentlichen Nahverkehr um“, sagte Kuhn.

„Verkehr, der nicht unbedingt notwendig ist, wird reduziert“, sagt Kuhn. Staus, Stress und Lärm würden dadurch verringert, die Luftqualität verbessert. Kuhn will 20 Prozent weniger Autoverkehr im Kessel erreichen und hat dazu den Aktionsplan „Nachhaltig mobil in Stuttgart“ vorgelegt. Das neue Jobticket ist darin eine von vielen Maßnahmen.

Bisher hatten rund 5400 städtische Beschäftigte einen Vertrag für die alte, mit sieben Prozent rabattierte Karte. Nun sind es über 7100. Die SSB haben die Altverträge auf die neuen Regeln umgestellt.

Eigenanteil von nur noch 30 Euro

Die Stadt hat den Ansturm auf die Jahreskarte durch hohe Zuschüsse erheblich gefördert. Statt minimal zehn Euro bietet sie jedem ihrer 19 000 Beschäftigten eine Finanzspritze zwischen 15,60 (eine Zone) und maximal 28,88 Euro (zwei Zonen) pro Monat an.

Damit sinkt der Preis zum Beispiel für die erste und zweite Zone auf einen Eigenanteil von nur noch 30 Euro. Pro Jahr stehen im Haushalt für die Subvention 2,12 Millionen Euro bereit. CDU und Freie Wähler hatten den Zuschuss abgelehnt. „Das Geld dürfte knapp reichen“, sagte Wölfle. Wenn nicht, müsste die Stadt nachlegen.

Nachlegen will Kuhn auch bei Firmen. Er wolle als VVS-Aufsichtsratsvorsitzender die neue Fahrkarte weiter bewerben, damit dieses „zum breiten Standard wird“. 25 Prozent jener Firmen, die das Ticket in der früheren Form hatten, zahlten schon einen Zuschuss. Durch die Sammelbestellungen bei Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft und City-Initiative „gibt es kaum noch Unternehmen, die wegen der Mindestabnahme nicht ins Boot können“, sagte Wölfle.

Lesen Sie jetzt