Wer dieser Tage am Feuersee ist und genau hinsieht, erkennt, dass der Wasserspiegel peu à peu sinkt. Bis Samstag, 28. Oktober, soll er um eineinhalb Meter gesunken sein, unter dem fachmännischen Blick des Anglervereins. Dann startet die große Putzaktion des verschmuddelten Sees, bei der zahlreiche freiwillige Bürger anpacken. Initiiert hat die Aktion Patrick Körber. Er wohnt am Feuerseeplatz und sieht täglich, wie verkommen das Wahrzeichen des Westens ist. Als der Daimler-Mitarbeiter von der Aktion seines Arbeitgebers erfuhr, zum Jubiläum "125 Jahre Automobil" 125 Projekte zu unterstützen, bewarb sich Körber.
Mit rund 5000 Euro ist Daimler dabei. In seiner dreimonatigen Vorbereitungszeit konnte Körber auch Hofbräu gewinnen, deren neu gegründete Umweltstiftung mit demselben Betrag dabei ist. "Zunächst habe ich die Zigeunerinsel angefragt, die sofort begeistert war." Der Bürgerverein mit guten Kontakten im Bezirk und der Stadt wird am Putz-Wochenende die meisten Helfer stellen. Insgesamt rechnet Körber mit 80 Leuten, vor schlechtem Wetter hat er keine Angst. "Wir ziehen das durch."
Zusammen werden sie mit Unterstützung des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, der Feuerwehr und engagierten Bürgern Fahrräder, Reifen, Einkaufswagen und vermutlich viel Müll aus dem See ziehen, die Bäume außerhalb des Vogelrückzugsgebiets intensiv stutzen und die Bänke mit einem Hochdruckreiniger von Moos und Dreck befreien. Die Stadt stellt für den anfallenden Müll die Container.
Die Fische und Schildkröten bleiben bei der Aktion im See, eine entsprechende Sauerstoffzufuhr soll dafür sorgen, dass die Tiere die Aktion unbeschadet überstehen und künftig in einem weniger verdreckten See leben können.
Was die Freiwilligen nicht leisten können, ist das Ausheben des Schlamms, der auf dem Grund des Sees lagert. "Die Stadt meinte, die Menge des Schlamms entspreche 500 Lkw-Ladungen", so Körber. Das würde den Rahmen der Freiwilligenleistung sprengen. "Wir hoffen, dass unsere Bürgerinitiative der Anstoß ist und die Stadt nachzieht", so Körber, "denn das eigentliche Übel ist ja der Schlamm."
Tatsächlich gibt es bereits Untersuchungen der EnBW und der Stadt. Das Geld für den Aushub soll in den Haushaltsberatungen beantragt werden. Es wäre nach 47 Jahren die erste Grundreinigung dieser Art.
Patrick Körber will sich auch künftig bürgerschaftlich einsetzen. Er ist voller Vorfreude. "Vielleicht setzt Hofbräu das Engagement für den Feuersee auch fort", sagt er. Für den Moment laufen die Vorbereitungen für das Wochenende. Morgens um 8 Uhr ist Treffpunkt an der Johanneskirche. "Wenn wir am Samstag alles schaffen, müssen wir sonntags nur noch Feinarbeiten machen", so Körber. Die Helfer werden mit einem Catering versorgt und bekommen ein paar Präsente. "Wer noch mitmachen will, ist herzlich willkommen."
Let"s Putz Geputzt wird samstags von 9 bis 16 Uhr und bei Bedarf sonntags von 10 Uhr an. Freiwillige melden sich bei Patrick Körber per Mail an LetsPutzFeuersee@gmx.de