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Islamisten Anschlag in Deutschland geplant

Franz Feyder, vom 23.02.2012 04:54 Uhr
 Foto: Screenshot
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Stuttgart - Zusammen mit seinem Bruder Yassin kämpft Mounir Chouka bereits seit vier Jahren im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Die beiden Söhne einer marokkanischen Einwandererfamilie siedeln Terrorismusexperten in der Führungsetage der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) an. In seinem neuesten, „Böses Vaterland“ genannten Video bricht der Bonner offenbar endgültig mit Deutschland.

Demonstrativ blendet er seinen Personalausweis vor einer Deutschlandflagge ein. Eingewoben in die Hasstiraden des 30 Jahre alten Dschihadisten auf deutsche Politiker, die Bundeswehr, die USA und Juden werden Bilder der Anschläge von Madrid 2004, London 2005 sowie Stockholm 2010 gezeigt. Dabei sind vor allem Szenen ausgewählt worden, die Panik in der Bevölkerung erzeugen sollen: explodierende Züge und Menschen, die aus U-Bahn-Schächten fliehen.

Deutschland im Zielspektrum des Dschihads

Chouka warnt: „Wir werden den Krieg bis vor eure Haustüren tragen. Der Dschihad in Deutschland ist nur noch eine Frage der Zeit. Wenn die deutsche Bundeswehr 70-mal aus Afghanistan ausrücken wird, so werden wir die Deutschen weiter bekämpfen. Wir werden sie so lange bekämpfen, bis wir ausreichende Rache genommen haben für ihre Verbrechen und bis Allahs Erde unter der Führung seiner Diener steht.“

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben den 26 Minuten langen Streifen ausgewertet. Ihr Fazit: Deutschland stehe im Zielspektrum des Dschihads, des Heiligen Krieges. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes sagte unserer Zeitung: „Deutschland ist von einem Rückzugs- zu einem Aktionsraum islamistischer Terroristen geworden.“

Auch wenn es „eine reale Bedrohungslage“ gebe, gebe es „keine konkreten Hinweise auf Anschläge“. Auch eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz wies darauf hin, dass ihrer Behörde „keine konkreten Anzeichen dafür bekannt sind, dass in Deutschland ein Anschlag geplant ist“.

Gedichte und Balladen für Gotteskrieger

Außer mit ihren Terrorvideos haben sich die beiden Brüder vor allem mit Gedichten und Balladen für Gotteskrieger und salafistisch orientierte Jugendliche einen Namen in der Szene gemacht. Die Nasheeds genannten, ohne Begleitung von Instrumenten gesungenen Hymnen sind auch auf der Internetplattform You Tube gepostet. Ermittlungen des Bundeskriminalamtes ergaben, dass der Frankfurter Flughafenattentäter Arid U. das Chouka-Lied „Mutter bleibe standhaft“ auf dem Weg zu dem Anschlag hörte, bei dem er zwei US-Soldaten erschoss und zwei weitere verletzte.

Der Terrorexperte Rolf Tophoven glaubt, dass „einige Dutzend Dschihadisten aus Deutschland im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet kämpfen“. Unter ihnen die beiden Chouka-Brüder. Im April 2011 luden sie im Internet das Ruckelvideo „Deutsche Mujahideen greifen an“ hoch, das sie bei einem Angriff auf einen pakistanischen Grenzposten zeigt. Manche Filme wurden bislang hunderttausendfach angesehen. Zuschauer Selimkonya schrieb anschließend den Kommentar: „Ich will auch kämpfen.“

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