Internetausbau in Gerlingen Das Zeitalter des schnellen Netzes steht bevor

Von Klaus Wagner 

In Gerlingen gibt es bald neue Anschlussmöglichkeiten. Foto: dpa
In Gerlingen gibt es bald neue Anschlussmöglichkeiten. Foto: dpa

Von nächster Woche an wird das Highspeedinternet frei geschaltet. Es ist aber nur ein Zwischenschritt.

Gerlingen - Der 18. September ist ein magisches Datum für Gerlingen: Am Dienstag nächster Woche soll das schnelle Internet an den Start gehen. Um 11.30 Uhr soll es soweit sein. Was aber nicht heißt, dass von diesem Zeitpunkt an die Mbits nur so durch alle Leitungen rauschen – bis jeder Kunde in der Stadt freigeschaltet ist, kann es noch einige Wochen dauern.

32 große graue Kästen stehen seit einiger Zeit über die Stadt verteilt an den Straßen, die Telekom hat in den vergangenen Monaten 21 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, im Endausbau sollen 7000 Haushalte mit einem schnellen Internetzugang versorgt sein. Alexander Ostertag von der Telekom präsentierte die Fakten zu dem Breitbandausbau, der seit dem Frühjahr in Gerlingen stattgefunden hat. Im Rathaus hatten sich rund 100 Besucher eingefunden – das Thema interessiert die Menschen. Die mussten in Kauf nehmen, dass die Bürgerinformation stellenweise zur Werbeveranstaltung des großen deutschen Internetdienstleisters wurde.

Die Zeit des Wartens soll vorbei sein

Wer kennt das nicht: Da will man Bekannten ein paar hochaufgelöste Urlaubsfotos schicken oder sich einen Spielfilm aus dem Internet auf den Rechner laden – und das dauert und dauert und dauert. Minuten, eine Viertelstunde, eine ganze. Der Grund dafür ist häufig, dass der Anwender nur über einen Anschluss verfügt, der mit sechs MBit sehr langsam ist. Doch dies kann sich nun ändern. Schnelles Internet sei „ein Thema der Lebensqualität und der Infrastruktur“, sagte der Bürgermeister Georg Brenner. „Viele wollen und brauchen schnelles Internet.“ Er habe bei seiner Neujahrsrede verkünden können, dass die Telekom in diesem Jahr die Stadt flächendeckend damit versorge. Im April haben die Bauarbeiten begonnen, viele Straßen wurden dafür aufgegraben.

Die jetzige Ertüchtigung sei aber nur ein Zwischenschritt, sagte Ostertag. Je nach Standort kann man jetzt einen Anschluss mit bis zu 50 MBit bestellen, oder auch bis zu 100 MBit. Im Endausbau 2018 sollen bis zu 250 MBit möglich sein. Die Leistungsfähigkeit der Anschlüsse wird aber nicht überall in der Stadt gleich sein. Dennoch hieß es „jeder Kunde profitiert“ – auch der, der seinen Fernseher aus dem Internet versorgt. Trotz aller Freude wurden auch manche Zuhörer enttäuscht – wie derjenige, der sein zehn Jahre altes Anschlussgerät austauschen muss. Oder die ältere Frau, die nur telefonieren will. „Warum muss ich das alles bezahlen?“ fragte sie, „ich will das gar nicht.“ Die Antwort: „Man kann den Fortschritt nicht aufhalten.“

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