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Internet statt Flohmarkt Wohin mit alten Büchern?

Sandra Markert, vom 17.09.2011 08:10 Uhr
 Foto: dpa-Zentralbild
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Stuttgart - Momox, Rebuy, Regalfrei und jetzt auch Amazon: Immer mehr Online-Händler kaufen von Privatkunden gebrauchte Bücher zu einem Fixpreis auf. Machen Leseratten damit ein gutes Geschäft? Oder sollten sie lieber selbst aktiv werden?

Endlich mal wieder Zeit zum Lesen - darauf haben sich in der Ferienzeit viele gefreut. Wenn allerdings nach dem Urlaub das Bücherregal überquillt und man den Gang zur Papiermülltonne scheut, muss man sich entscheiden: Verkaufen, tauschen oder einfach nur verschenken?

Selbst verkaufen: Früher hat man den Karton mit alten Büchern gepackt und sie auf dem Flohmarkt verkauft - oder es zumindest versucht. Abgesehen von Antiquitäten und Kinderbüchern lief dieser Verkauf schon immer schleppend. Zumal es für potenzielle Käufer sehr mühsam ist, in einem riesigen, unsortierten Bücherberg ein interessantes Exemplar aufzustöbern. Ähnlich frustrierend ist meist der Weg ins Antiquariat. Denn statt seichter Strandlektüre und Bestsellern werden dort vor allem alte und seltene Bücher aufgekauft.

Einfacher und mit deutlich weniger Aufwand wird man seine Bücher im Internet-Flohmarkt los. Amazon beispielsweise bietet über den Marktplatz die Möglichkeit, kostenlos gebrauchte Bücher einzustellen, und zwar zu einem selbst wählbaren Preis. Erst bei Verkauf behält das Online-Versandhaus 15 Prozent des Buch-Verkaufspreises ein sowie eine variable Abschlussgebühr von ein bis zwei Euro. Auch der Verkäufer bekommt erst dann sein Geld. Ein Beispiel: Hardcover-Bücher wie Charlotte Roches "Schoßgebete" aus der aktuellen Bestseller-Liste (Neupreis: 16,99 Euro), wird man für rund zwölf Euro los, wovon dem Verkäufer dann etwa acht Euro bleiben.

Bevor man sich also die ganze Mühe macht, sollte man nachschauen, was das Buch neu und gebraucht kostet - und wie viele andere Exemplare schon auf potenzielle Käufer warten. Grundsätzlich gilt: Je häufiger ein Buch schon angeboten wird, umso länger zieht sich der eigene Verkauf - es sei denn, man geht mit dem Preis stark nach unten.

Wer über Amazon mehrere Bücher einstellt, muss diese auch getrennt verschicken und jedes Mal den Versand organisieren (für die Versandkosten gibt es einen Zuschuss). Beim Internetauktionshaus Ebay hingegen hat man die Möglichkeit, Bücherkisten auch komplett anzubieten - was Mühe und Kosten beim Versand spart. Sie werden vor allem von Händlern aufgekauft, die sich dann selbst die passenden Exemplare raussuchen.

Verkaufen lassen: Noch bequemer ist es, die Bücher von Portalen wie dem neuen "Trade-in"-Dienst von Amazon, über momox.de oder regalfrei.de aufkaufen zu lassen. Die Bücher werden einfach über Titel oder die ISBN-Nummer eingegeben. Akzeptiert man den vorgeschlagenen Preis, kann man mit dem nächsten Buch vom Stapel weitermachen, bis das Regal wieder leer ist. Danach alle Bücher in einen Karton packen und über ein ausgedrucktes Formular kostenlos verschicken. Anders als beim Selbstverkauf gibt es hier innerhalb einiger Tage Geld (Rebuy, Momox, Regalfrei) oder eine Gutschrift für einen neuen Einkauf (Amazon) - unabhängig davon, ob jemand das Buch gekauft hat oder nicht.

Hier kommt man auf jeden Fall schneller zu seinem Geld, allerdings nehmen die Betreiber nicht alle Bücher an (gut funktionieren möglichst aktuelle Bestseller als Hardcover) und erwarten einen guten Zustand (keine Eselsohren, keine Notizen, nicht vergilbt). Und: Dass das Verkaufsrisiko jetzt beim Händler liegt, lässt dieser sich natürlich bezahlen. Roches "Schoßgebete" gehen hier nur noch für 9,50 Euro (Rebuy), 7,75 Euro (Amazon; Momox) oder gar 4,63 Euro (Regalfrei) weg. Das Beispiel zeigt zudem: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern lohnt sich, da die Preise doch beträchtlich schwanken.

Und: Sie haben unterschiedliche Versandbedingungen. Während bei Amazon die Versandkosten vom ersten Buch an übernommen werden, ist Verschicken bei Momox überhaupt erst ab zehn Euro möglich. Dann werden aber auch die Versandkosten übernommen und das Paket sogar zu Hause abgeholt. Rebuy trägt die Kosten erst ab einem Verkaufswert von 30 Euro. Bei all diesen Anbietern wird das Porto vorab übernommen, indem man einen extra Versandaufkleber ausdruckt. Bei Regalfrei hingegen gibt es nach dem Versand eine Gutschrift. Auch hier beträgt der Mindestwert zehn Euro.

Wer Fachbücher vom Studium loswerden möchte oder nach ebensolchen in der Gebrauchtvariante sucht, ist hier richtig: www.studenteninserate.de/buecherboerse/.

Tauschen: Leerer wird das Bücherregal auf diese Weise zwar nicht, dafür aber zumindest mit neuer Lektüre gefüllt: Bei tauschticket.de kann man Bücher gegen andere Bücher oder auch CDs, DVDs und Spiele eintauschen. Man stellt sie ein, und sobald sich jemand dafür interessiert, verschickt man den Artikel (Versandkosten trägt der Anbieter) und bekommt dafür ein oder mehrere sogenannte Tauschtickets gutgeschrieben. Mit dieser Währung kann man dann nach anderen Büchern suchen und muss lediglich eine Tauschgebühr von 49 Cent bezahlen. Nach demselben Prinzip funktioniert auch das Portal hitflip.de.

Verschenken: Die Staubfänger müssen aus dem Regal, und zwar möglichst schnell? Die Bücherabholung (www.buecher-entsorgen.de) kommt in ganz Süddeutschland auf Anruf (089/ 381576012), bringt die Kisten selbst mit und packt sie auch. Die Bücher werden danach an Kindergärten, Schulen oder Pflegeheime verteilt.

Auch Caritas oder Oxfam geben über ihre regionalen Stellen Bücher gemeinnützig weiter. Außerdem freuen sich die meisten Büchereien über Spenden. Was gern genommen wird, fragt man am besten in der jeweiligen Einrichtung nach.

Liegen lassen: Bei bookcrossing.com geht es weniger ums Leeren von Bücherregalen als vielmehr darum, jemand anderem unerwartet eine Freude mit einem Buch zu machen. Das Buch wird auf der Seite registriert, als gratis gekennzeichnet und an einem öffentlichen Ort liegen gelassen, den man ebenfalls bei bookcrossing angibt. Wer das Buch findet, kann auf der Seite dann auch einen Eintrag machen - und es nach dem Lesen wieder in Umlauf bringen.

Kommentare (1)
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SEP
17
12:34 Uhr, geschrieben von Willi
Behalten
Am besten alte Bücher behalten. Denn wenn die Politiker so weitermachen, mit Eurobond, Rettungsschirmen, EZB - Politik, dann sind wir hier in Deutschland auf absehbare Zeit pleite. Ihr Bücher brauchen Sie dann dringend zum heizen.
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