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Inschrift Der Grabstein des Gächinger Bott’

StN, vom 16.01.2012 16:36 Uhr
Grabstein Foto: dpa
Grabstein Foto: dpa

Stuttgart - Heute erfüllen wir zunächst wieder einen Leserwunsch. „Wie macht man Saure Rädla?“, wollte ein Herr wissen. Vor längerer Zeit hatten wir bereits ein Rezept dazu vorgestellt. Nun lassen wir Leserin Lore Fleck aus Ammerbuch zu Wort kommen. Vorweg schreibt sie: „Es ist ja bekannt, dass Schwaben sparsame Leute sind, die nicht zur Wegwerfgesellschaft gehören. Als die Zeiten noch schlechter waren, gab es bei uns ab und zu Saure Rädla von übrig gebliebenem Kartoffelsalat. Die Zutaten: Kartoffelsalat vom Vortag und eine helle Mehlsoße: 40 g Fett mit 40 g Mehl ausschwitzen und einige Minuten aufkochen. Dann mit ½ l Würfelbrühe ablöschen und den Kartoffelsalat darin heiß machen. Eine rote Wurst oder Saitenwürstle schmecken gut dazu, ebenso grüner Salat.“

Von Leserin Rosmarie Martin aus Winnenden stammt dieser Beitrag: „Vor vielen Jahren veröffentlichte das evangelische Gemeindeblatt das Foto eines Grabsteins – wohl aus der Barockzeit –, dessen Aufschrift ich bis heute behalten habe. Sie galt dem verblichenen Boten der Gemeinde Gächingen, der bei Lebzeiten für sein Dorf allerlei Aufträge erledigte und deshalb viel unterwegs war. An seinen Namen kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an die Aufschrift. Sie lautete:

Hier ruht in Gott
der Gächinger Bott.
Eines Ochsen Stoß
warf ihn in Gottes Schoß.
Sei ihm gnädig, o Gott,
wie er dir wär,
wenn er wär Gott
und du der Gächinger Bott.“

Frau Martin fügt hinzu: „Auch wenn der Spruch in Schriftdeutsch dasteht, zeugt er doch von typischer schwäbischer Gemütsart: Die knitz-vertrauliche Fürbitte, mit der man sich hier an die höchste Instanz wendet, passt zu dem sinnierenden, spekulierenden und oft kontemplativen Gottesverhältnis des Schwaben.“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Gisela Handwerk. Es handelt sich um einen scherzhaften Zuruf an ein Mädchen: „Schellabena Setzkartoffel!“

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