Als im Februar auf einer kleinen Grünfläche an der Weggabelung Mühlwasen und Feuerbacher Weg plötzlich nur noch sieben Baumstümpfe aus der Erde ragten, wo sonst Platanen und Hainbuchen in den Himmel wuchsen, regte sich Unmut bei einigen Feuerbacher Bürgern. Sie hatten - umgangssprachlich gesagt - den Kanal voll. Einige stellten ewige Lichter, die sonst in Friedhöfen auf den Gräbern zum Gedenken an die Toten aufgestellt werden, auf die übrig gebliebenen Baumstümpfe. Der Grund für die Baumfällarbeiten war erst jetzt Thema im Feuerbacher Bezirksbeirat: Die Pläne für den Bau des Regenüberlaufbeckens auf der Grünfläche an der Ecke Mühlwasen/ Feuerbacher Weg wurden in dem Gremium vorgestellt. Ende September solle mit dem Bau begonnen werden, sagt Reinhold Winckler vom Tiefbauamt. Momentan laufen von der Einmündung Mühlwasen/Feuerbacher Weg bis zur Einmündung Happoldstraße 8 A - 86 Kabelarbeiten. Die Kabel und Leitungen würden so verlegt, dass sie nicht mehr im Weg seien. Die erste Bauphase des Regenüberlaufbeckens findet im wesentlichen auf der bereits abgesperrten Grünfläche statt. Spätestens Anfang kommenden Jahres würde mit dem Bau der Zulauf- und Entlastungskanäle begonnen.
Inzwischen hat auch der Gemeinderat den Plänen zugestimmt und die Vergabe der Bauarbeiten beschlossen. Die Kosten liegen bei rund drei Millionen Euro. Die gesamte Bauzeit beträgt voraussichtlich ein Jahr. In den vergangenen beiden Jahren wurden bereits sieben Bauabschnitte des Hauptsammlers fertig gestellt. Wie die Maulwürfe gruben sich die computergesteuerten Bohrmaschinen durch den Untergrund. Statt die Straße aufzureißen, verlegten die Tiefbau-Experten die Kanalrohre im so genannten Vortriebsverfahren. In dieser geschlossenen Bauweise wurde ein Großteil des neuen Mischwasserkanals in Feuerbach hergestellt. Der Bau des Regenüberlaufbeckens am Feuerbacher Weg und der Bau des Regenüberlaufbeckens Bachschule, das wohl erst nach dem Ausbau der Bachschule fertiggestellt wird, beenden die lange Bauphase.
Mit der Inbetriebnahme beider Becken und dem Bau der Zulauf- und Entlastungskanäle werde ein weiterer Teil des Feuerbachs von Schmutzwasser befreit, betont Winckler. Zweck des Regenüberlaufs ist es, das Wasser so zu trennen, dass nur der reinigungsbedürftige Teil des Regenwassers und das Abwasser im Klärwerk Mühlhausen landen. Im Bezirksbeirat wurde darauf hingewiesen, dass den dortigen Anwohnern in der Vergangenheit einiges zugemutet worden sei. Es sei daher wichtig, die Anlieger umfassend zu informieren. Vor allem ein Teil der Anwohner der Happoldstraße müssen sich auf neuerliche Behinderungen einstellen. Dort werden in Kürze weitere Straßenbaumaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich sechs bis acht Wochen. Ein Teil der Straße müsse dafür voll gesperrt werden, sagt Winckler. Aber die so genannte kleine Happoldstraße könne weiter befahren werden.