Im Südwesten Fastnacht ist in der heißen Phase

dpa/lsw, 07.02.2013 11:05 Uhr
Mit lauter Musik und ordentlichem Lärm sind die Närrinnen und Narren im Südwesten früh am "Schmotzigen Dunschtig" an vielen Orten in die heiße Phase der Fastnacht gestartet.

Konstanz  - Im Südwesten sind wieder die Narren los. Mit lauter Musik und ordentlichem Lärm sind sie am Donnerstag - dem „Schmotzigen Dunschtig“ - vielerorts in die heiße Phase der Fastnacht gestartet. In Konstanz zogen beispielsweise dutzende Blätzlebueben der dortigen Narrenzunft durch die verschneiten Straßen. Auch in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) läuteten die Stegstrecker schon in aller Frühe die närrische Woche ein. Um 5 Uhr morgens zog die Schnellergilde durch die Stadt und weckte die Narren.

Später zogen die Fasnets-Begeisterten dann in vielen Städten durch die Straßen und „befreiten“ Schulen, Kindergärten oder Firmen. In Rottweil gehört der „Schmotzige“ traditionell den Schülern: Den ganzen Vormittag tummelten sich die kostümierten Kinder und Jugendlichen in der Innenstadt. Einer der Höhepunkte in der Rottweiler Fastnacht folgt dann am Abend: Jedes Jahr drängen sich die „Bürgersleut“ in Sälen und Gaststätten und harren gespannt der „Schmotzigen“-Gruppen, die durchs Städtle und die Obrigkeit gehörig durch den Kakao ziehen.

Narren stürmen Rathäuser

Traditionell übernehmen die Narren an diesem Tag auch die Macht in den Hochburgen des Landes. Für viele Bürgermeister wird es dann ernst: Sie müssen ihren Rathausschlüssel abgeben und bis zum Aschermittwoch abdanken. In Raststatt ging es auch dem Landrat an den Kragen: Um 11.11 Uhr sei Jürgen Bäuerle (CDU) als Hippie zwangsverkleidet und in den Kreistagssaal geschleppt worden, wo ihm die Leviten gelesen wurden. Ähnlich erging es Landrat Stefan Dallinger (CDU) im Rhein-Neckar-Kreis: Mit Scheren bewaffnete Fastnachterinnen stürmten sein Büro und stutzen ihm die Krawatte.

Am Abend des „Schmotzigen“ hat dann die närrische Justiz im Land einiges zu tun: Vor dem Stockacher Narrengericht im Kreis Konstanz muss sich Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler verantworten. In Meßkirch (Kreis Sigmaringen) wird dagegen Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) um seine Nase fürchten: Er wurde vom närrischen Nasenschleifergericht vorgeladen. Was genau Wolf vorgeworfen wird, ist noch geheim. Nur eines scheint sicher: Egal, wie gut er sich verteidigt - am Ende wird ihm zur Strafe die Nase geschliffen.

 

 

 

 
 
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