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Im Bürocamp

"Stuttgarter Nachrichten", vom 20.02.2010 04:31 Uhr
Es gibt Leute, die glauben, der Mensch müsse Urwälder, Wüsten und internationale Flughäfen durchstreifen, um etwas erzählen zu können. Dabei reicht es, wenn der Mensch einen festen Büroarbeitsplatz hat, den er regelmäßig heimsucht - und einen kleinkarierten Buchhalter als Kollegen, der ihn zum Wahnsinn treibt. Was ist schon der Tiger von Eschnapur gegen Schmoltke. Oft muss sich der Ich-Erzähler in Raymund Krauleidis" saukomischem Büroroman "Schmoltke & Ich" nicht mal von seinem Bürostuhl erheben, um vom Ersetzen ergriffen zu werden. Das Grauen lauert überall, vorzugsweise in E-Mails. Das Verdienst des Autors, in Tübingen geboren, in Gerlingen wohnhaft, kann man nicht genug würdigen: Er belegt mit seinem Romanerstling, dass in jedem, der den Büroalltag mit Anstand absolviert, auch ein Indiana Jones steckt. Oder ein Schmoltke. (hör)
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