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Illegale Container Gütesiegel soll vor Altkleider-Betrügern schützen

Von Jürgen Bock 

Nicht jeder Container ist legal aufgestellt – denn im Dunkeln kommt die Altkleider-Mafia und überzieht ganze Städte. Foto: dpa
Nicht jeder Container ist legal aufgestellt – denn im Dunkeln kommt die Altkleider-Mafia und überzieht ganze Städte.Foto: dpa

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) will mit einem neuen Gütesiegel legal arbeitende Altkleiderbetriebe vor schwarzen Schafen schützen.  

Stuttgart - Erst waren es nur wenige illegale Container. Inzwischen pflastern zehntausende von ihnen bundesweit die Straßen zu. 315 illegal aufgestellte Altkleidercontainer in der Region Stuttgart sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Altkleider-Branche spricht von einer regelrechten Mafia – und versucht mit einem Gütesiegel gegen schwarze Schafe anzukämpfen.

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) will mit einem neuen Gütesiegel legal arbeitende Altkleiderbetriebe vor schwarzen Schafen schützen. Das Siegel soll Verbraucher auf Altkleidercontainern darauf hinweisen, dass dort ein geprüftes Unternehmen sammelt.

„13 unserer 130 Mitgliedsunternehmen sind nach kurzer Zeit bereits dabei“, sagte BVSE-Geschäftsführer Jörg Lacher den Stuttgarter Nachrichten. In den nächsten Monaten sollen es noch deutlich mehr werden. Die Betriebe müssen sich durch behördlich anerkannte Sachverständige zertifizieren lassen, um das Siegel zu bekommen.

Markt geht kaputt

Mit der Maßnahme will der BVSE das immer größer werdende Problem illegaler Sammler bekämpfen. Sie überziehen in Deutschland zunehmend ganze Städte und Regionen mit ungenehmigten Behältern. So ließ die Stadt Leipzig zuletzt 760 illegale Container eines Bochumer Unternehmens entfernen. In Stuttgart stellte die Polizei eine Liste sicher, auf der ein Sammler 315 illegale Containerstandorte in der gesamten Region vermerkt hatte.

Laut dem Blatt gehen Branchenexperten davon aus, dass allein der größte Verbund illegal sammelnder Betriebe mittlerweile rund 18.000 Container im Bundesgebiet verteilt hat. Die Kleider, die dort gespendet werden, fehlen gewerblichen Sammlern sowie karitativen Organisationen. „Das ist ein Riesenproblem und macht den gesamten Markt kaputt“, sagt Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung, in dem sich transparent arbeitende Betriebe zusammen geschlossen haben. Auf diese Weise gingen legalen Sammlern bereits heute bis zu 15 Prozent ihrer bisherigen Kleidermenge verloren.

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