Hugo Boss Der Sanierungskurs schlägt an

Von red/dpa 

Der Edelschneider Hugo Boss scheint sich gefangen zu haben. (Symbolfoto) Foto: dpa
Der Edelschneider Hugo Boss scheint sich gefangen zu haben. (Symbolfoto) Foto: dpa

Das Modeunternehmen Hugo Boss ist auf Erholungskurs. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdienten die Metzinger vier Prozent mehr als im Vorjahr. Unter anderem war das Management ausgetauscht worden.

Metzingen - Der Modekonzern Hugo Boss hat dank Kosteneinsparungen und guter Entwicklungen in Europa und Asien zum Jahresbeginn seinen Gewinn deutlich steigern können. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Metzingen mitteilte, verbesserte sich das Ergebnis im ersten Quartal um ein Viertel auf 48 Millionen Euro. Die Umsätze stagnierten erwartungsgemäß: Sie legten lediglich um 1 Prozent auf 651 Millionen Euro zu. Firmenchef Mark Langer bezeichnete die Entwicklung als solide.

Nach einem mauen Jahr 2016 musste der Konzern durchgreifen, um die eigenen Fehler der Vergangenheit auszubessern. Zuvor waren eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, fehlgeschlagen.

Während die Umsätze in Europa und Asien währungsbereinigt um drei beziehungsweise ein Prozent leicht stiegen, bereitet das Amerika-Geschäft dem Konzern weiter Sorgen. In Euro gingen die Erlöse in Übersee umgerechnet um sieben Prozent zurück. Dort hatten Rabatte Hugo Boss zugesetzt. Erst im zweiten Quartal 2016 begann der Konzern schließlich, den Vertrieb der Kernmarke Boss im Großhandel einzuschränken und sich dadurch Rabattschlachten zu entziehen. Ob die Maßnahmen dem Konzern helfen, zeigt sich Langer zufolge erst im Jahresverlauf.

Investitionen im Online-Geschäft

Unterdessen investiert Hugo Boss auch stärker in den wachsenden Online-Handel. Der Konzern will Suchmaschinenergebnisse verbessern und seine Webseite für mobile Endgeräte optimieren. Zudem sollen Kunden ihre Ware auch online bestellen und im stationären Handel abholen können.

Die Maßnahmen sind dringend nötig. Das Online-Geschäft von Hugo Boss brach im ersten Quartal um 27 Prozent ein. Die Preise hätten nicht den Erwartungen der Kunden entsprochen, räumte Langer ein. Online seien Einstiegspreise noch mehr gefragt als im stationären Handel. Nach wie vor macht der Internet-Handel bei Hugo Boss nur einen kleinen Teil der Umsätze aus. Mit gut 20 Millionen Euro waren es im ersten Quartal etwa fünf Prozent des Einzelhandelsgeschäfts.

Mit einer ähnlichen Entwicklung wie im ersten Quartal rechnet Hugo Boss auch für das Gesamtjahr. 2017 werde der Umsatz währungsbereinigt weitgehend stabil bleiben, hieß es bereits bei der Bilanzpressekonferenz im März. Auch beim operativen Ergebnis sei wenig Bewegung absehbar. Immerhin soll der Konzerngewinn wieder steigen, weil 2017 Umbaukosten wegfallen.

Für das laufende Jahr will der Modekonzern weiter an der Neuorientierung der Kollektionen festhalten. Diese sollen fortan eher zu Einstiegspreislagen angeboten werden. Zudem versucht Hugo Boss, mit Freizeitmode neue Kunden zu finden.

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