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Hubschrauberflüge Wann Ministerpräsidenten in die Luft gehen

Frank Krause, vom 12.01.2012 17:45 Uhr
Ein Hubschruaber der Polizeistaffel des Landes Foto: Polizei
Ein Hubschruaber der Polizeistaffel des Landes Foto: Polizei
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Stuttgart - Entlastung für Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Eine interne Auflistung der Polizeihubschrauberstaffel des Landes, die unserer Zeitung vorliegt, belegt, dass der Regierungschef im Unterschied zu seinen Vorgängern ein Flugmuffel ist.

Demnach benutzte Kretschmann im Jahr 2011 die am Stuttgarter Flughafen stationierten Hubschrauber nur zweimal. Sein Vorgänger Stefan Mappus (CDU) hingegen war im Jahr 2010 insgesamt 16-mal mit dem Hubschrauber des Landes unterwegs. In den vergangenen Tagen war Kritik an Kretsch­mann aufgekommen, nachdem er im Oktober 2011 eine der Maschinen genutzt hatte, um von Stuttgart zur Ministerpräsidentenkonferenz nach Lübeck zu fliegen. Während der Regierungschef dies mit Terminkollisionen begründete, hatte die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger ihm eine Doppelmoral vorgeworfen. Einerseits werbe Kretsch­mann stets für den Klimaschutz, andererseits lege er diese Strecke mit dem Helikopter zurück und lasse zudem seinen Dienstwagen nach Lübeck fahren.

Oettinger hält Rekord

Kretschmann hatte daraufhin betont, er nutze die Hubschrauber nur, „wenn es unbedingt erforderlich“ sei. In den Jahren zuvor waren die Ministerpräsidenten deutlich häufiger auf Kosten des Steuerzahlers in die Luft gegangen. Den Rekord hält der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) im Jahr 2006. Er nutzte insgesamt 50-mal einen Hubschrauber, um im In- und Ausland dienstlich unterwegs zu sein. Hinzu kamen damals weitere 18 Flüge für die Minister der CDU-FDP-Landesregierung.

Angesichts der aktuell mangelnden Auslastung der Hubschrauberstaffel hat der Rechnungshof Baden-Württemberg die grün-rote Regierung aufgefordert, die Hubschrauberstaffel einer Kosten-Nutzen-Analyse zu unterziehen. Ziel müsse es sein, die Zahl der Maschinen und Beschäftigten „dem Bedarf anzupassen und zu reduzieren“.

Kommentare (17)
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JAN
13
20:48 Uhr, geschrieben von chkr
Eigentor der CDU und FDP
Ja da hat sich die CDU und die FDP ein klares Eigentor geschossen. Wenn jemand eine Doppelmoral hat, dann jawohl die beiden Parteien. Stets auf andere mit dem Finger zeigen, aber selbst der größte Sünder sein. Typisch. Fangt bei euch an ihr Deppen.
JAN
13
14:44 Uhr, geschrieben von twister
So so der Rechnungshof
Die Hubschrauberstaffel ist dem Rechnungshof also wichtig. Beim EnbW-Deal musste man den Rechnungshof dagegen zum Jagen tragen. Es wird Zeit zu prüfen, ob der Landerechnungshof effektiv und effizient arbeitet. Am besten man macht bei ihm eine Kosten-Nutzenanalyse.
JAN
13
12:55 Uhr, geschrieben von Bahnfahrer
@Ann
Stimmt alles. Dass das alteingesessene CDU und SPD Politiker machen ist schlimm. Ich will da auch niemanden verteidigen. Leere Autos mitzuführen ist immer sinnlos. Nur wenn das dann eben auch von einem Grünen-Politiker gemacht wird, der alles anders, pragmatischer und besser machen wollte, ist das dann doch noch etwas merkürdiger, auch wenn es schon immer so gemacht wurde. Da hätte er doch einfach mal bei der SH-Landesregierung ein Auto leihen sollen oder bei SIXT. Vielleicht nicht "staatsmännisch" aber billiger und umweltschonender.
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