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Hospizinitiative Beim Sterben zählt die Menschlichkeit

Von Julia von Staden 

Die humanistische Sterbebegleitung ohne Bindung an eine bestimmte Glaubensrichtung macht Schule. Seit 2010 bildet die Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit den Humanisten Württemberg dafür Hospizbegleiter aus. Eine zweite Gruppe soll der steigenden Nachfrage gerecht werden. Foto: dapd
Die humanistische Sterbebegleitung ohne Bindung an eine bestimmte Glaubensrichtung macht Schule. Seit 2010 bildet die Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit den Humanisten Württemberg dafür Hospizbegleiter aus. Eine zweite Gruppe soll der steigenden Nachfrage gerecht werden.Foto: dapd

Erste humanistische Hospizinitiative in Stuttgart hat Zulauf – Mehr Sterbebegleiter nötig.

Stuttgart - Als erstes konfessionsfreies Hospiz in Stuttgart bietet die ambulante humanistische Hospizinitiative der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Stuttgart und der Humanisten Württemberg eine Begleitung Sterbender ganz ohne religiöse Ausrichtung an. Inzwischen sind weitere acht Hospizbegleiter im Dienst des Hospizes tätig; sie haben zuvor im Humanistischen Zentrum Stuttgart ihren Abschluss in der humanistischen Sterbebegleitung absolviert.

Rund die Hälfte der Bevölkerung in der Landeshauptstadt gehört keiner der großen Amtskirchen oder einer anderen Religionsgemeinschaft an. Deshalb wurden im März 2010 erstmals ehrenamtliche Mitarbeiter in die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen dafür ausgebildet, eine konfessionsfreie und humanistisch ausgerichtete Sterbebegleitung anzubieten. Bis dahin wurden die Stuttgarter Hospizdienste ausschließlich von der Katholischen und der Evangelischen Kirche Stuttgarts angeboten. Neben den beiden stationären Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gibt es eine Vielzahl ehrenamtlicher Hospiz- und Sitzwachengruppen, die ebenfalls in ein konfessionelles Umfeld eingebettet sind.

„Zu einem selbstbestimmten Leben gehört es dazu, selbstbestimmt im Sterben zu sein“

Gabriele Will ist Mitglied des Vorstands der Humanisten Württemberg und hat selbst am zweiten Kurs der humanistischen Hospizinitiative teilgenommen. Es sei wichtig gewesen, das Stuttgarter Hospizangebot um ein konfessionsfreies Hospiz zu ergänzen, meint die Kinderärztin. Denn: „Zu einem selbstbestimmten Leben gehört es dazu, selbstbestimmt im Sterben zu sein“.

Bei bei der Arbeiterwohlfahrt, die bundesweit verschiedene Dienste für ältere Menschen anbietet und in Stuttgart einen ambulanten Pflegedienst sowie drei stationäre Pflegeeinrichtungen betreibt, wurde dieser Mangel an einer Alternative zur kirchlichen Sterbebegleitung erkannt. „Selbstverständlich: Multikulti auch im Sterben,“ bringt es Peter Schmidt, einer der Teilnehmer des ersten Kurses, auf den Punkt.

Innerhalb der letzten Jahre ist die Zahl der durch Hospizdienste begleiteter Sterbenden rapide angestiegen: Allein in Stuttgart waren es 1999 noch weniger als 500, im Jahr 2007 dann schon etwa 1000. Immerhin ist mittlerweile auch die Zahl der ambulanten Hospiz- und Palliativdienste von 451 im Jahr 1996 auf 1500 im Jahr 2008 bundesweit gestiegen. Doch laut einer Studie der Deutschen Hospiz Stiftung aus dem Jahr 2009 ist die hospizliche Versorgung, die Sterbenden in der letzten Lebensphase ein Stück an Lebensqualität erhalten kann, deutschlandweit „weiterhin unbefriedigend“. Auch in Stuttgart fehlen von Zeit zu Zeit Plätze.

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