Hocketse in Stuttgart-Kaltental Viele Ehrenamtliche stemmen ein Stadtteilfest

Von Alexandra Kratz 

Schulterschluss zwischen Hans-Dieter-Meißner (li.) und Martin Obrecht. Beim 44. Anna-Scheufele-Fest hatte der VfL  etwa 60, die BI knapp 30 Ehrenamtliche im Einsatz. Foto: privat
Schulterschluss zwischen Hans-Dieter-Meißner (li.) und Martin Obrecht. Beim 44. Anna-Scheufele-Fest hatte der VfL etwa 60, die BI knapp 30 Ehrenamtliche im Einsatz. Foto: privat

Die Organisatoren des Anna-Scheufele-Fests freuen sich über neue Ideen und noch mehr Helfer.

Kaltental - Die Zeiten, in denen ein ganzer Reisebus voll mit Menschen aus der Schweiz zum Anna-Scheufele-Fest gefahren war, sind vorbei. Doch Olaf Jacob erinnert sich daran noch genau. Er ist Mitglied in der Bürgerinitiative Kaltental (BI) und seit vielen Jahren einer der Hauptorganisatoren. Damals haben noch alle Vereine im Ort bei der Stadtteilhocketse mitgemacht. Mit dem Bau des Bürgersaals kam ein Wendepunkt. Wegen der Baustelle war das Fest in seiner ursprünglichen Form nicht mehr möglich – und viele Vereine stiegen aus. „Die Baustelle hat das Konzept platt gemacht“, sagt Michael-Rudolf Schirrmacher. Auch der VfL zog sich zurück. Ganz fern blieb er dem Fest aber nie. Die Alt-Herren-Mannschaft hatte in all den Jahren einen Stand in eigener Regie, aber nicht unter der Flagge des VfL.

Mittlerweile sieht das wieder ganz anders aus. Seit 2015 ist der VfL wieder offiziell dabei, genauer gesagt der Verein der Freunde und Förderer des VfL Kaltental 1860. Beim jüngsten Fest bewirtete er die Gäste und bot Torwandschießen an. Die Bürgerinitiative freut sich über dieses Engagement und die Bereicherung des Festes. Hans-Dieter Meißner, der Vorsitzende der BI, und Martin A. Obrecht, der stellvertretende Vorsitzende des VfL, sind sich einig: Das jüngste Fest war wieder ein voller Erfolg. Sie betonen, dass das alles nur dank der vielen ehrenamtlichen Helfer möglich gewesen sei. Viele haben extra Urlaub genommen. Der VfL war mit 50 bis 60 Mann im Einsatz. Sie arbeiteten in mehreren Schichten. Hinzu kommt, dass die Stände auf- und wieder abgebaut werden mussten.

Ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl

Bei der BI waren etwa 30 Helfer im Dauereinsatz. Der Verein hat im Vergleich zum VfL insgesamt weniger und im Durchschnitt ältere Mitglieder. „Deshalb fällt es uns schwerer, neue Helfer zu rekrutieren“, sagt Meißner. Umso mehr habe man sich gefreut, dass die Sportler auch die Bürgerinitiative unterstützt haben, ergänzt Jacob. „Es gab ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagt er. Und Beatrice Groß ergänzt: „Wir als VfL bleiben auf alle Fälle dabei. Uns hat das großen Spaß gemacht“, so die Leiterin der VfL-Geschäftsstelle. Da kann Rainer Schuster, der Pressebeauftragte des Vereins, nur zustimmen.

Die beiden großen Vereine in Kaltental wollen das Fest gern noch ein wenig weiter ausbauen – und neue Mitstreiter gewinnen. Bereits jetzt beginnen schon wieder die Vorbereitungen für die Hocketse im nächsten Sommer. „Wir freuen uns über jeden, der neue Ideen hat und auch mit anpackt“, sagt Jacob. So sei seinerzeit zum Beispiel auch die Cocktailbar entstanden. „Das waren Eltern von Schülern aus der Grundschule, die dazu Lust hatten und den Stand unter dem Dach der BI bis heute in Eigenregie machen“, sagt Jacob. Die Grundschule wie auch die Kindergärten, die Jugendfarm und einige Firmen leisten ohnehin ihren Beitrag zum Fest und beteiligen sich mit einer großen Spielstraße.

Das Kaltentaler Burgtheater probt sein neues Stück

Der Vorstand der Bürgerinitiative trifft sich einmal im Monat. Bei jedem Treffen geht es auch ein wenig um das Anna-Scheufele-Fest. „Als Erstes brauchen wir immer eine Kapelle und das Equipment muss gemietet werden“, sagt Meißner. Beim VfL gibt es ein fünfköpfiges Organisationsteam. Für das jüngste Fest hatten sich die Mitglieder fünfmal getroffen und kamen zudem noch einmal mit der BI zusammen.

Martin A. Obrecht ist überzeugt, dass der Aufwand sich lohnt. Er hatte damals die Idee, dass der VfL wieder offiziell beim Anna-Scheufele-Fest mitmacht. Und er war es auch, der das Kaltentaler Burgtheater gründete. Aktuell probt das Ensemble sein neues Stück „Liebe? Alles nur Chemie.“ Die Aufführungen sind vom 20. bis 22. Oktober. Die Karten gab es beim Anna-Scheufele Fest. Ab dem 13. September findet der Vorverkauf in der VfL-Geschäftsstelle und der VfL-Vereinsgaststätte im Kohlhau und jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr im Bürgersaal, Feldbergstraße 37, statt.

Wer bei der Organisation des Anna-Scheufele-Fests mitwirken möchte, meldet sich per Mail an mail@vfl-kaltental.de oder Buergerini.kaltental@web.de.

Redaktion Stuttgart-Süd

Ansprechpartner
Nina Ayerle und Alexandra Kratz (Kaltental)
s-sued@stz.zgs.de

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