Fellbach (bri). "Mir kennet elles außer Hochdeutsch - mir druggad sogar schwäbisch", so hat sich die Buchdruck-AG der Silcherschule der Jury präsentiert, die am Samstag den zehn Schülern und ihrer Lehrerin Traudl Maile den ersten Preis im Mundart-Wettbewerb überreicht hat (siehe Artikel links). Die Handdruck-Arbeitsgemeinschaft ist vor fast 20 Jahren in der Grundschule entstanden. Als ein handgedruckter Kalender im Jahr 2002 im Haus der Wirtschaft ausgestellt wurde, ist auch das Fernsehen auf die außergewöhnliche AG aufmerksam geworden. Technische Grundlage für die Arbeiten sind eine Handdruckpresse und zahlreiche Bleisätze, die der ehemalige Schriftsetzer Helmut Maile aus früheren Druckereibeständen gerettet hat. Mittlerweile gibt es Druck-Arbeitsgemeinschaften auch in der Maicklerschule und in der Zeppelinschule.
Für den Mundart-Wettbewerb wurden 20 Arbeiten aus dem ganzen Land, von Hörspielen über literarische Beiträge bis zur Entstehungsgeschichte eines alemannischen Blues eingereicht. Während der erste Preis für die Buchdruck-AG "unangefochten für sich allein stand", so die Jury, sind drei zweite Preise und eine Reihe von Anerkennungs- und Sonderpreisen vergeben worden. Der Vorsitzende des Fördervereins "Schwäbischer Dialekt", Staatssekretär a.D. Hubert Wicker, lobte die Projektarbeiten als "überaus beeindruckende Beispiele, wie Mundart und Dialekt an den baden-württembergischen Schulen zum Thema gemacht werden können". Mundart an der Schule gibt es seit 2005 unter Beteiligung von Mundartkünstlern, der Wettbewerb für Schüler ist erstmals 2008 ausgeschrieben worden.