" . . . alles, was wir vorweisen können, ist verwandeltes Weinen." So ist das Werk des in Schwenningen geborenen Schriftstellers Helmut Maria Soik überschrieben: Am 12. Juli wäre er 100 Jahre alt geworden. Wichtig ist Soik als Protestant gegen alle Gewalt - und Retter seines Freundes Fritz Rosenthal, der sich Schalom Ben-Chorin (Frieden, Sohn der Freiheit) nennen sollte und nach 1945 als Religionswissenschaftler aus dem jüdisch-christlichen Dialog nicht wegzudenken ist, ein Brückenbauer auch zwischen Deutschland und Israel.
Studienkollegen bei Artur Kutscher in München waren sie, gründeten 1931 den "Vorstoss. Blätter für junge Dichtung". 1932 erschien Soiks Gedichtzyklus "Die lichte Spur": "Gesänge" von Liebe, Einsamkeit und Tod, aus denen eine starke Erlösungssehnsucht spricht. Im Dritten Reich bewahrte Soik den Freund vor den Schrecken des KZ Dachau: Sein Vater hielt als hohe SA-Charge die schützende Hand über ihn - bis zur Flucht nach Palästina 1935.
Alles überdauerte ihre Freundschaft. Auch Soiks hymnische Verherrlichung des Vaterlands. Erst 1950 kehrte er aus russischer Gefangenschaft heim. "Die zerbrochene Balalaika" wurde zur Ernte der Tränensaat. Des Krieges Schrecken sind besungen: Mord als Menschenwerk, kein Gott, nirgends, und "ohne Gestirne der Himmel"! Bitter sind Soiks Zeit-Gedichte, die Zeitgeschichte spiegeln; unpopulär die ästhetisch und moralisch radikalen "long-poems". Erst in den USA gelang Soik 1976 der Durchbruch.
Der Schwenninger Dichter hasste das Knechtische und liebte den Wind "und alle, die im Unglück gingen". Er litt am Leben - und hielt es doch für "besser, ein Gedicht zu schreiben, als auf den Tod zu warten". Als er am 14. Juni 1989 starb, bejahte Schalom Ben-Chorin dies in seinem Nachruf auf den Freund.
Der schwäbische Spruch des Wochenendes kommt von Hannelore Jäger. Sie schreibt: "Mein Opa sagte, wenn er sich über jemanden ärgerte: ,Dem wünsch e, dass er a neibachas Brot hat, a harte Butter ond uff d Schtraßabohh pressiert!"'
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