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Heiße Spur Bienendieb tappt in die Foto-Falle

Wolf-Dieter Obst, vom 30.04.2010 13:45 Uhr

Kirchheim/Teck/Stuttgart - Endlich hat das Phantom ein Gesicht. Seit Jahren verschwinden in der Region Dutzende Bienenvölker spurlos - und seit Ende März sorgt eine neue Serie für Aufregung unter den Imkern. Für sie ist klar: Der Dieb ist ein Fachmann, der gezielt zugreift. Jetzt haben die Imker den Unbekannten zum ersten Mal erwischt - mit einer versteckten Kamera.

Der grauhaarige Mann, etwa 55 bis 60 Jahre alt, gerät offenbar ganz schön ins Schnaufen, als er einen Kasten mit einem Bienenvolk davonschleppt. Im Gesicht ist die Anstrengung zu erkennen, als er die Beute wegschafft und vermutlich in einen Kombi lädt. Tatort ist der Lehrbienenstand auf dem Gelände des Bienenzüchtervereins Kirchheim/Teck. Die Bienen gehören Gerhard Liebig von der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim. Wieder hat es ihn getroffen. Wie schon seit Jahren, besonders nach Wintern mit erhöhten Völkerverlusten. "Die Spuren lassen die Vermutung zu, dass es immer der gleiche Täter ist", sagt der Wissenschaftler.

Bienenvölker im Wert von 1300 Euro

Kaum hatte Liebig am Lehrbienenstand an der Hahnweidstraße den Spechtschutz von den Bienenkästen, der sogenannten Beute, entfernt, schlug der unbekannte Langfinger zu. Nur wenige Stunden später ließ der Täter zwei Bienenvölker mitgehen, mehr als 20.000 Tiere. Über die Jahre verschwanden so mehr als 20 Bienenvölker aus Liebigs Besitz in der Region. Doch Liebig ist beileibe nicht der einzige Betroffene.

2010 - der Winter war hart für die Honigbienen. Die Imker verloren etwa durch den Parasiten Varroamilbe bis zu einem Drittel ihres Bestands. Und was Virus und Milben übrig ließen, gerät nun durch Diebe in Gefahr. Offenbar versorgen sich schwarze Schafe unter den Imkern mit Ersatz. Seit Ende März läuft wieder die ungewöhnliche Diebstahlserie in der Region. "Noch nie ist einer erwischt worden", klagt Ulrich Kinkel, Vorsitzender des Landesverbands Württembergischer Imker.

Die Tatorte der letzten Tage: Im Kreis Böblingen gehört das Gewann Hochberg in Ehningen dazu. Ein Unbekannter ließ zwischen dem 19. und 30. März drei Bienenvölker samt Notstromaggregat mitgehen. Im Gewann Eisengriff in Rutesheim war das mit einer Eisenkette gesicherte Tor eines Gartengrundstücks kein Hindernis: Der oder die Täter entwendeten Bienenvölker im Wert von 1300 Euro.

Kommentare (3)
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MAI
02
23:07 Uhr, geschrieben von Kurt Mailänder
Bienendieb
Es ist nicht nachzuvollziehen, warum das Foto mit (!) dem Gesicht des Täters nicht veröffentlicht wird. Dennoch, wer auch nur irgendwie einen Verdacht hat, soll sich bei der Polizei in Kirchheim/Teck melden. Ich habe von einer Familie in Stuttgart gehört, deren Bienenvölker kürzlich ebenfalls geklaut wurden. Der Imker und seine Kinder sind maßlos traurig.
APR
30
19:56 Uhr, geschrieben von T.Strohm
Selbstbedienung ist angesagt
Ob jung ob alt, so ist es halt. Ich sag es einmal unverholen, es wird halt immer mehr gestohlen. Wer ist denn heute noch so dumm und schuftet sich den Buckel krumm? Beim Klauen ist ein Punkt ein wicht'ger, barmherzig muß er sein der Richter. In vielen Fällen ist's oft so, das macht die Diebe richtig froh.
APR
30
18:50 Uhr, geschrieben von Bürger E.
Perverser Datenschutz, Täter wird anonymisiert
Datenschutz ist gleich Täterschutz, dieser Satz trifft bei diesem Artikel mal wieder unübersehbar zu, weil man auf dem Foto den Tatverdächtigen unkenntlich machten musste. Des Täters "Rechte" stehen in Deutschland höher als die Rechte der Opfer. Pervers!


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