Wetzlar - Die Göppinger Spieler schlichen bitter enttäuscht in die Kabine. In der ersten Partie des Jahres 2012 setzte es eine äußerst unglückliche Niederlage. 59 Sekunden vor Schluss hatte Frisch-Auf-Spielmacher Drasko Mrvaljevic einen Siebenmeter an die Unterkante der Latte geknallt. Der Ball prallte von der Torlinie zurück ins Feld. Es blieb beim 26:25 für Wetzlar. Die Hessen ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Entsprechend bedient war Göppingens Sportkoordinator Alexander Kolb: „Wir hatten viel Pech. Unsere personellen Probleme wirkten sich nach der Pause aus. Wir waren in der Abwehr nicht mehr so konzentriert, und im Angriff fehlte die Durchschlagskraft.“
Göppingen begann sehr konzentriert
Neben den beiden verletzten Spielmachern Tim Kneule und Michael Haaß musste Frisch Auf in Wetzlar auch auf Dalibor Anusic verzichten. Den ohnehin rückengeplagten Abwehrchef schwächte eine Grippe. Ohne das Trio begann Göppingen, das in ungewohnten roten Auswärtstrikots auflief, sehr konzentriert. Im neu formierten Abwehr-Innenblock standen Manuel Späth und Pavel Horak zu Beginn sehr gut. Vorne zog Drasko Mrvaljevic die Fäden. In der Deckung entlastete ihn immer wieder der serbische Neuzugang Bozidar Markicevic, der sein erstes Pflichtspiel für Frisch Auf absolvierte. Vor der Pause lag das Team von Trainer Velimir Petkovic, bis 2004 selbst in Wetzlar als Coach tätig, immer in Führung. Vor allem die Rückraumspieler Horak und Michael Thiede zeigten sich vor 3200 Zuschauern in der Rittal-Arena treffsicher. Mehr als ein Drei-Tore-Vorsprung gelang allerdings nicht. Zwei Sekunden vor der Halbzeit konnte Wetzlars Alois Mraz auf 13:14 verkürzen.
In der zweiten Halbzeit baute Frisch Auf seine Führung auf 21:18 (43.) aus. Doch das reichte nicht. Neben den schwindenden Kräften fiel auch das schwache Überzahlspiel entscheidend ins Gewicht. Hinzu kam, dass Horak, Thiede und Mrvaljevic ihr Niveau der ersten Halbzeit nicht halten konnten. Bei Wetzlar kam Ex-Nationalspieler Andrej Klimowets bei seinem Debüt zu keinem Treffer. Beste Werfer der HSG waren Daniel Valo (6) und Adnan Harmandic (5/1). Bereits an diesem Samstag (19.30 Uhr) geht es für Frisch Auf auf der internationalen Bühne weiter. Dann kommt im EHF-Pokal-Achtelfinal-Hinspiel der rumänische Vertreter HC Odorheiu Secuiesc in die EWS-Arena.
Frisch Auf: Tahirovic, Rutschmann; Oprea (1), Schubert, Horak (5), Rnic (1), Mrvaljevic (6/2), Thiede (6), Lobedank (1), Markicevic, Schöne (3), Markez (1/1), Späth (1)